Pilatus baut mit aller Kraft am ersten Schweizerischen Düsenflieger. Damit die Kapazitäten reichen, muss ein Klassiker weichen: Nach 60 Jahren wird die Produktion des «Alleskönner» PC-6 eingestellt.
PC-6 von Pilatus: Schafft es bis in die entlegensten Gebiete der Welt. Keystone RMS
Interessierte Kunden könnten den PC-6 noch bis Mitte 2018 bestellen, das Angebot sei aber limitiert, teilte der in Stans ansässige Flugzeugbauer am Montag mit. Bestehende Kunden würden noch mindestens 20 Jahre Support erhalten, damit der Einsatz des Mehrzweckflugzeugs gewährleistet bleibe. Aufgrund des hohen Alters und stetig wachsender Zertifizierungsanforderungen sei die Weiterentwicklung des PC-6 nur noch sehr bedingt möglich, schreibt Pilatus. Jedes Produkt habe einen Lebenszyklus, welcher irgendwann zu Ende gehe, erklärte Pilatus-Verwaltungsratspräsident Oscar Schwenk in einer Medienmitteilung. Beim PC-6 sei dies nun der Fall.
Start und Landung auf extrem kurze Distanz
Der Produktionsstopp des PC-6 wurde auch im Zusammenhang mit dem neusten Flieger, dem PC-24, entschieden, für welchen aktuell in Stans die Serienproduktion aufgebaut wird und welche «vollumfänglichen Fokus» benötige. Die Mitarbeiter, die bisher auf der PC-6-Produktionslinie tätig waren, werden künftig für die Montage der anderen Flugzeugtypen eingesetzt.
Der PC-6 ist auch unter dem Namen «Pilatus Porter» bekannt. Er kann auf extrem kurzer Distanz starten und landen und wurde dafür ausgelegt, auf jeglicher Art von Start- und Landepisten, in den entlegensten Gebieten der Welt, in grossen Höhen und unter verschiedensten klimatischen Bedingungen zu operieren.
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Seit 1959 stellte Pilatus insgesamt 500 PC-6 in Stans her. Zusätzlich wurden knapp 100 Maschinen in den USA unter Lizenz produziert. Laut Pilatus gehört der PC-6 zu den am längsten produzierten Flugzeugen der Welt überhaupt.
Diesem Flieger weicht der PC-6:
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An der Ebace 2016 zeigt Pilatus den Prototypen des PC-24 und das Innendesign des Privatjets: Pilatus-Chef Oskar Schwenk mit dem Testflugzeug «P01» des PC-24 in Genf.RMSDer Schweizer Flugzeugbauer aus Stans präsentiert den PC-24 erstmals an einer Fachmesse.RMSDer Prototyp bekommt dafür einen Tag Pause vom Testflugprogramm.RMSMessgeräte zeichnen Daten auf, mit denen das Flugzeug weiterentwickelt wird.RMSDie Sensoren, zum Beispiel an der Flugzeugnase, werden beim Serienmodell nicht dabei sein.RMSDer PC-24 wird der erste Schweizer Businessjet. Die Auslieferung soll noch Ende 2017 beginnen.RMSÜber 500 Stunden waren die zwei Prototypen schon in der Luft. Mehr als 1000 Stunden werden bis zur Zertifizierung noch folgen.RMSEine Premiere an der Ebace 2016 ist auch die Präsentation des Interieurs.RMSIn der gezeigten Version «Vail» ist das Flugzeug für sechs Passagiere bestuhlt.RMSDas Cockpit des PC-24 im 1:1-Modell.RMSBlau, Weiss und helle Naturfarben überwiegen, passend zum Thema Wintersportorte, das den Designs zugrunde liegt.
Bilder: Gabriel KnupferRMS