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Jahreszahlen

Milliarden-Verlust: Tidjane Thiams Fehlstart

Die erste Jahresbilanz von Tidjane Thiam fällt tiefrot aus: Die Credit Suisse schreibt den höchsten Verlust seit 2008. Nun beschleunigt die Grossbank ihr Sparprogramm; tausende Jobs werden gestrichen.

Sulzer
Der japanische Autobauer Honda streicht 55 von 85 Jobs an seinem Genfer Hauptsitz.
Der Schindler-Konzern streicht 120 Stellen am Hauptsitz in Ebikon LU. Der Lifthersteller kann nach eigenen Angaben seine Produktion von Aufzugskomponenten nicht mehr genügend auslasten.
Richemont
750 Jobs will Zurich wegsparen. Damit wird das Sparprogramm intensiviert, denn beim Versicherungskonzern gingen 2015 Umsatz und Gewinn drastisch zurück.
Bank
PetroplastVinora Das Verpackungsunternehmen gibt die Produktion in Andwil SG auf. 90 Stellen gehen verloren. Im Werk in Jona SG sind weitere Jobs gefährdet.
Der starke Franken und eine schwache Nachfrage haben Bucher dazu gezwungen, 60 Jobs aus Niederweningen ins Ausland auszulagern.
Credit Suisse: Im Vorjahr hat Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam «den grössten Jobabbau des Landes angekündigt»: Nun fallen 4000 Stellen der Umstrukturierung der Grossbank zum Opfer.
Swisscom: CEO Urs Schaeppi streicht Hunderte Stellen beim grössten Schweizer Telco. Es würden mehrere hundert Stellen vor allem in den unterstützenden Bereichen gestrichen, teilte die Firma am 4. Februar mit: «Swisscom geht davon aus, dass im laufenden Jahr rund 700 Mitarbeiter als Folge der Reduktionen vor allem bei unterstützenden Bereichen den Sozialplan beanspruchen werden.»
Die Sauter-Gruppe will in Basel bis zu 100 Stellen abbauen. Viele Angestellte sollen einen Job in Deutschland angeboten bekommen. Das in der Gebäudeautomatisierung tätige Unternehmen kämpft mit der Frankenstärke.
Der Outdoor-Ausrüster Black Diamond zieht von Basel nach Tirol – 35 Mitarbeiter sind von der Sitzverlegung betroffen.
Die angespannte Lage im Energiesektor fordert ihren Tribut im Berner Oberland. Das Wasserkraftunternehmen KWO streicht 50 Stellen.
Aufgrund der anhaltenden Überkapazitäten sowie der ungünstigen Wechselkurssituation stellt die Ziegler Papier AG in Grellingen BL die Produktion ein, wie das Unternehmen am 13. Januar mitteilte. 100 Mitarbeiter sind von der Schliessung betroffen.
Die GE-Tochter Alstom wird in der Schweiz 1300 Stellen kürzen. Dies gab das Unternehmen am 13. Januar bekannt.
Die Zürcher Filiale des Spielsachenhändlers Pastorini schliesst per 27. Februar. 18 Personen verlieren ihre Jobs.
Condair ist ein Hersteller von Luftbefeuchtern mit Sitz in Pfäffikon SZ. Das Unternehmen streicht 41 Stellen und verlegt ein Montagewerk vom Zürichsee in die Nähe von Hamburg. Dort wird die Produktion der Firma konzentriert.
Der Jobabbau war im vergangenen Jahr ungewöhnlich gross: Tausende Jobs wurden in der Schweiz abgebaut, vor allem von Unternehmen aus der Industrie. Nach der Aufgabe des Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank standen exportorientierte durch den stärkeren Franken unter Druck.
PR/Keystone
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RMS

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Die erste Jahresbilanz des neuen Credit-Suisse-Chefs Tidjane Thiam fällt tiefrot aus. Aufräumarbeiten in der Bilanz brockten der zweitgrösste Schweizer Bank im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,94 Milliarden Franken ein. Alleine eine Wertberichtigung vorwiegend in Zusammenhang mit einer überteuerten Investmentbanking-Übernahme im Boomjahr 2000 schlug mit 3,8 Milliarden Franken zu Buche, wie Credit Suisse am Donnerstag mitteilte. Aber auch Kosten für den Umbau der Bank und weitere Rückstellungen belasten das Ergebnis. Zudem schwächelte das Tagesgeschäft, weil viele Kunden angesichts der Finanzmarktturbulenzen die Lust auf Börsengeschäfte verloren haben.
Damit drohen schon wenige Monate, nachdem Thiam einen ehrgeizigen Marschplan vorgelegt hatte, die neuen Vorgaben ausser Reichweite zu rücken. «Die Zielerreichung per 2018 scheint unrealistischer denn je», erklärte ZKB-Analyst Andreas Brun. Die Investoren flüchteten in Scharen, die Aktie verlor zwölf Prozent und sackte auf den tiefsten Stand seit 1992 ab.

Zufrieden mit Asien

Ohne die Sondereffekte hätte die Credit Suisse 2015 einen bereinigten Vorsteuergewinn von 4,2 Milliarden Franken erzielt. Im Vorjahr belief sich dieser Wert noch auf 6,3 Milliarden Franken. Die Geschäftsregion Asien, das Private Banking in der internationalen Vermögensverwaltung und das Schweizer Geschäft haben gemäss CS operativ gute Ergebnisse erzielt.

Der Vorsteuergewinn im Handelsgeschäft der Investmentbank dagegen reduzierte sich von 2,7 Milliarden Franken 2014 auf 1,1 Milliarden Franken, was laut CS vor allem auf die Turbulenzen an den Börsen und Verlusten im Anleihengeschäft zurückzuführen ist. Auch im Beratungsgeschäft der Investmentbank reduzierten sich der Gewinn.

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«Umfeld hat sich deutlich verschlechtert»

Selbst ohne die zahlreichen Sonderfaktoren fiel der Abschluss deutlich unter den Analystenerwartungen aus. «Das Umfeld hat sich im vierten Quartal 2015 deutlich verschlechtert, und es ist nicht abschätzbar, wann sich einige der aktuellen negativen Trends, welche die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft beeinflussen, abschwächen werden», erklärte Thiam. Die Bank hält mit einer Beschleunigung des Sparprogramms dagegen. «Wir haben Massnahmen ermittelt und umgesetzt, die eine dauerhafte Senkung unserer Fixkostenbasis ermöglichen und zu Kosteneinsparungen von 500 Millionen Franken führen.» Bis Ende Januar habe die Credit Suisse die Kosten um 1,2 Milliarden Franken gedrückt und damit bereits ein Drittel des bis Ende 2018 angepeilten Ziels von 3,5 Milliarden Franken erreicht. Dabei sollen 4000 Stellen von Mitarbeitenden, Auftragnehmern und Beratern wegfallen.

Eine schnelle Besserung des Umfelds erwartet Credit Suisse nicht. Auch im Januar 2016 seien die Marktbedingungen schwierig gewesen und im restlichen Verlauf des Quartals dürften die Märkte angesichts der anhaltenden makroökonomischen Probleme volatil bleiben, warnte Thiam. Trotzdem sieht der Ivorer keinen Grund, seine neuen Vorgaben zu kassieren. «In den nächsten 35 Monaten werden wir unsere Strategie weiter diszipliniert umsetzen, um unsere angestrebten Ziele bis Dezember 2018 zu erreichen.»

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Der ehemalige Versicherungsmanager will den Vorsteuergewinn auf neun bis zehn Milliarden Franken mehr als verdoppeln. Dabei setzt er vor allem auf wachsende Einnahmen aus dem Vermögensverwaltungsgeschäfts. Davon ist allerdings noch nicht viel zu spüren. Im vierten Quartal sackten die Erträge des Gesamtkonzerns im Vergleich zum Vorquartal um 30 Prozent ab.

Auch bei anderen Grossbanken belastet der Konzernumbau

Im vergangenen Jahr verhagelten neben der Abschreibung weitere Altlasten wie Kosten für Rechtsstreitigkeiten und die Umstrukturierung das Ergebnis. Auch bei der Deutschen Bank und der britische Barclays verschlingt der Konzernumbau zur Zeit Milliarden. Einen Vorsprung auf die Konkurrenz hat die größte Schweizer Bank UBS, die schon 2012 damit begonnen hatte, die Bank umzukrempeln.
(reuters/sda/ccr)
Welche Erwartungen Tidjane Thiam für 2016 hat, zu Bonus-Zahlungen an das Top-Management und was dran ist an den Spekulationen um einen Verkauf der Investment Bank an Wells Fargo - dies erläutert der Credit-Suisse-Chef im Video-Interview.

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