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Le Bourget: Luftfahrtindustrie im Aufwind

Alle zwei Jahre trifft sich alles, was in der Luftfahrt Rang und Namen hat, in Le Bourget bei Paris. Die wichtigste Luftfahrtmesse setzt heuer auf Optimismus und erhofft sich eine starke Nachfrage bei verbrauchsoptimierten Flugzeugen.

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Frankreichs PrΓ€sident Sarkozy erΓΆffnet die 49. Luftfahrtmesse in Le Bourget. (Bild: Keystone) RMS

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Hunderttausende Besucher, mehr als 2000 Aussteller, mehr als 150 Flugzeuge: Die internationale Luftfahrtmesse in Le Bourget ist der Magnet der Branche. Frankreichs PrΓ€sident Nicolas Sarkozy hat die 49. Ausgabe dieses Anlasses am Morgen erΓΆffnet.
Neben dem ewigen Airbus-Boeing-Duell geht es diesmal auch um Zukunftsperspektiven. Zwar verhagelte der Weltluftfahrtverband IATA gerade die Stimmung mit einer fΓΌr 2011 von 8,6 auf 4 Milliarden Dollar reduzierten Gewinnprognose der Airlines. Die hohen Γ–lpreise, Japans Naturkatastrophen und die Unruhen in der arabischen Welt macht der Dachverband von 230 Fluggesellschaften dafΓΌr verantwortlich. Trotzdem macht sich in Le Bourget Optimismus breit.
Nicht nur die gestiegene Ausstellerzahl (2113 statt 1982 wie vor zwei Jahren) trΓ€gt dazu bei. Vor allem sind es die deutlichen ZuwΓ€chse bei Fracht und Passagieren, die die Hersteller positiv stimmen. In erster Linie aber profitiert die Branche davon, dass moderne, verbrauchsΓ€rmere Maschinen gefragt sind.
Airbus etwa verzeichnet eine so starke Nachfrage nach seinen neuen A320-Modellen, dass das Unternehmen vorerst den Umbau gebrauchter Jets in Frachtversionen stoppen musste. Die Organisatoren erwarten daher diesmal wieder ein Auftragsfeuerwerk, wie es traditionell den Auftakt in Le Bourget prΓ€gt.

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Airbus-Pannen und erstmals Chinesen
Zwei Airbus-Vorzeigeflieger - der MilitΓ€rtransporter A400M und der Mega-Flieger A380 - werden wegen technischer Pannen nur am Boden zu sehen sein.
Erstmals ist auch die chinesische Luftfahrtindustrie in Le Bourget vertreten. Sie greift ebenso wie Brasilianer, Kanadier und Russen mit Neuentwicklungen die globale Vorherrschaft der Rivalen Airbus und Boeing an. Boeing zeigt erstmals ausserhalb der USA die neue Langversion seines legendΓ€ren Jumbos, die 747-8.
Schweizer Star
Auch die Hersteller kleinerer Regionalmaschinen hoffen auf GrossauftrΓ€ge. Star der Messe dΓΌrfte aber das Solarflugzeug Solar Impulse sein. Das vom Schweizer Flugpionier Bertrand Piccard entwickelte Γ–ko-FluggerΓ€t hat eine Spannweite von 64 Metern, aber nur 1,6 Tonnen Gewicht. Die FlΓΌgel sind mit rund 12 000 Solarzellen bestΓΌckt.
Optimistische Prognosen
Langfristig zeigt die Nachfrage wieder nach oben, meinen die dominierenden Flugzeugbauer der Welt, Airbus und Boeing. Der US-Hersteller Boeing schΓ€tzt den Bedarf in den kommenden 20 Jahren auf 33β€˜500 Maschinen.
In der Branche wird bereits befΓΌrchtet, dass die beiden Platzhirsche die explodierende Nachfrage nach neuen Flugzeugen fΓΌr die Boomstaaten in Asien und Nahost auf Dauer gar nicht alleine bewΓ€ltigen kΓΆnnen. So hat die indische Fluggesellschaft IndiGo Anfang des Jahres bei Airbus gleich 180 Mittelstreckenflieger bestellt - dem Vernehmen nach bereitet Malaysias Fluggesellschaft Air Asia einen Γ€hnlichen Mega-Auftrag vor.

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Neue Mitbewerber
Nicht zuletzt wegen der steigenden Wachstumkurve in der Branche wird die ΓΌber 100 Jahre alte Luftfahrtmesse erneut Pegel fΓΌrs wachsende Selbstbewusstsein der neuen Wettbewerber aus China, Russland, Kanada, Brasilien und SΓΌdkorea sein. Sie bedrohen die jahrelange Alleinherrschaft der Flugzeugriesen aus den USA und Europa. Russland etwa stellt mit dem Suchoj SuperJet-100 ein neuentwickeltes Passagierflugzeug vor, das auf dem Weltmarkt Embraer (Brasilien) und Bombardier (Kanada) Konkurrenz machen soll.
Die neue Konkurrenz macht vor allem den betagten bisherigen Erfolgsmodellen wie dem Airbus A320 oder der Boeing 737 zu schaffen. Beide Hersteller setzen daher erfolgreich auf modernisierte und vor allem verbrauchsΓ€rmere Versionen. Seit Airbus vergangenen Herbst die spritsparende Neuauflage des Mittelstreckenfliegers A320 vorgestellt hat, gingen bereits mehr als 330 AuftrΓ€ge und VorvertrΓ€ge fΓΌr den neuen Flieger ein.
Boeing steht unter Zugzwang: RΓΌstet der US-Hersteller seinen Kassenschlager 737 fΓΌr viel Geld um, oder geht er gleich eine komplette Neuentwicklung an? Die Boeing-Spitze hatte eine Entscheidung fΓΌr diesen Sommer in Aussicht gestellt. Mit Spannung wird erwartet, ob es dazu in Paris entscheidende Neuigkeiten gibt.

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(cms/sda/awp)

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