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Jorge Lemann: Mit Buffett auf der Jagd nach fetter Beute

Jorge Lemann hat einen Ruf als Kostenkürzer mit Fusionitis. Diese Strategie hat er bereits im Biermarkt erfolgreich umgesetzt. Jetzt scheint er das Gleiche im Nahrungsmittelgeschäft zu wiederholen.

Harry Büsser

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Warren Buffett und Jorge Lemann: Sollen Interesse an Mondelez haben. Keystone RMS

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In der Nahrungsmittelbranche dreht das Übernahmekarussell. Die Kraft Heinz Company soll Mondelez übernehmen, wie eine sehr gut informierte Quelle aus der Nahrungsmittelindustrie weiss. Gerüchte um diese Transaktion gibt es seit Anfang November.
Treiber hinter der Übernahme soll Jorge Paulo Lemann sein, der zweitreichste Schweizer. Seine brasilianische Investmentgesellschaft 3G sei schon daran, Kapital für die Transaktion zu mobilisieren. Wahrscheinlich würde Berkshire Hathaway von Investorenlegende Warren Buffett wieder als Co-Investor dabei sein, wie schon bei der Transaktion, die Kraft Foods und Heinz im vergangenen Jahr zur The Kraft Heinz Company zusammenführte.
«Zwei Ikonen vereinen und eine Plattform für Leadership in der Nahrungsmittelindustrie schaffen», so wurde der Merger von den neuen Inhabern kommuniziert, was schon auf weitere Übernahmen hindeutete. Im Verwaltungsrat von The Kraft Heinz Company sitzen mit Lemann und Buffett auf jeden Fall zwei Ikonen, die dort Marken wie Capri Sun, Philadelphia und Ketchup von Heinz beaufsichtigen.

Harter Kostenkürzer mit Fusionitis

Lemann hat einen Ruf als harter Kostenkürzer mit Fusionitis. Er hat diese Strategie bereits im Biermarkt mit seiner AmBev erfolgreich umgesetzt. Jetzt scheint er das Gleiche im Nahrungsmittelgeschäft zu wiederholen. Dazu würde Mondelez passen, weil dort die Kosten im Branchenvergleich zu hoch scheinen. Die Gewinnmarge von Mondelez beträgt gemäss Finanzinformationsdienst Bloomberg nur 8,6 Prozent, während sie bei der Kraft Heinz Company bei fast 13,5 Prozent liegt.

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Etwas verwirrend ist, dass Mondelez mit Marken wie Milka, Toblerone, Trident, Tuc und Stimorol erst im Jahr 2011 von Kraft abgespalten wurde. Zudem war Mondelez im Juni noch selber als 
Firmenjägerin aktiv und hat dem US-Konkurrenten Hershey ein Angebot in der Höhe von 23 Milliarden Dollar unterbreitet – der Verwaltungsrat von Hershey lehnte ab.
Gerüchte besagten damals, es sei Mondelez vor allem darum gegangen, sich selber aus der Schusslinie zu nehmen – die fusionierte Firma wäre wohl zu gross für eine Übernahme gewesen. Auch so ist die Firma mit einem Marktwert von 
66 Milliarden Dollar kein kleiner Nachtisch. S
Sie Sie in der Bildergalerie unten, wer zur Top 10 der 300 Reichsten der Schweiz zählt:
Die Top Ten der 300 Reichsten:Rang 10: Gérard WertheimerAls Eigentümer der französischen Luxusikone Chanel haben die Gebrüder Gérard (Bild) und Alain Wertheimer mit Parfums, Haute Couture, Taschen und Schmuck Milliarden verdient. Die Branchenkrise hat zwar inzwischen auch Chanel eingeholt, dennoch behauptet sich der in Genf wohnhafte Gérard mit 10 bis 11 Milliarden Franken in den Top Ten.Pierre Suu/Pix4u
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Rang 8: Charlene de Carvalho-HeinekenDank der Übernahme von SABMiller durch den Branchenprimus AB InBev arbeitet sich Heineken auf den zweiten Platz in der Bierwelt vor. Auch sonst war 2016 ein gutes Jahr für den Bierbrauer – das Premiumbier dürfte die 30-Millionen-Hektoliter-Marke knacken – und die Frau hinter dem Bier: Charlene de Carvalho-Heinekens Vermögen legte neu auf 11 bis 12 Milliarden Franken zu.Keystone
Rang 7: Viktor VekselbergEs war kein gutes Jahr für Viktor Vekselberg. Mal wieder nicht. Seine beiden Schweizer Hauptbeteiligungen Sulzer und OC Oerlikon verloren weiter an Wert. Dennoch stieg das Vermögen des Russen auf 12 bis 13 Milliarden Franken. Erstmals nämlich hat Vekselberg einen Einblick in seine privaten Beteiligungen gegeben, darunter vier russische Regionalflughäfen, Minen und vieles mehr.Flickr/CC
Rang 6: Familie BertarelliAuch nach dem Verkauf des Familienunternehmens Serono sieht sich Ernesto Bertarelli (im Bild mit Ehefrau Kirsty) als Unternehmer. Mit Boston Pharmaceuticals baut er etwa eine 600 Millionen schwere Brücke zwischen Forschung, Produktion und Firmenbeteiligung. Seine Schwester Dona dagegen investiert weiter in edle Gasthäuser. Zusammen besitzen sie 12 bis 13 Milliarden Franken.Keystone
Rang 5: Hansjörg WyssEr steckt Millionen in Demokratieförderung und betätigt sich in der Schweiz als Kunstmäzen, trotzdem wird Hansjörg Wyss reicher und reicher. Das verdankt er vorallem seinem Aktienpaket an Johnson & Johnson, das er seit dem Verkauf von Synthes hält. 13 bis 14 Milliarden Franken Vermögen stehen dieses Jahr zu Buche.Keystone
Rang 4: Familie BrenninkmeijerInternetanbieter à la Amazon machen traditionsreichen Textilfinalisten wie C&A das Leben schwer. Obwohl der Umsatz auf dem wichtigsten Markt Deutschland zuletzt einbrach, hält die weitverzweigte Familie noch immer 15 bis 16 Milliarden Franken. Albert Brenninkmeijer (Bild), seit Sommer 2012 Herr der 100 helvetischen C&A-Verkaufshäuser, und seine Ehefrau wohnen seit kurzem in Hongkong.Keystone
Rang 3: Familien Hoffmann und OeriMit Luc Hoffmann ist im Sommer der letzte Vertreter der dritten Erbengeneration von Roche gestorben. Sein Sohn, André Hoffmann (Bild), übernahm die Rolle des Familiensprechers. Mit Cousin Andreas Oeri vertritt er den Clan im Roche-VR. Dort laufen die Geschäfte durchwachsen. Die Aktien zeigen klar nach unten und das Familienvermögen sank um gut 2 Milliarden Franken auf 23 bis 24 Milliarden Franken.Michele Limina
Jorge Lemann
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Die Top Ten der 300 Reichsten:Rang 10: Gérard WertheimerAls Eigentümer der französischen Luxusikone Chanel haben die Gebrüder Gérard (Bild) und Alain Wertheimer mit Parfums, Haute Couture, Taschen und Schmuck Milliarden verdient. Die Branchenkrise hat zwar inzwischen auch Chanel eingeholt, dennoch behauptet sich der in Genf wohnhafte Gérard mit 10 bis 11 Milliarden Franken in den Top Ten.Pierre Suu/Pix4u RMS

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