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Regelung

In den Fängen der saudischen Inlandquoten

In Saudi-Arabien sind Schweizer Firmen mit steigenden Inlandquoten konfrontiert. Doch sie haben einen Weg gefunden, um die Quoten zu erfüllen: durch Frauenförderung.

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Saudi-Arabien: Schweizer Firmen vor Ort müssen immer höhere Inlandquoten ausweisen.Keystone RMS

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Schweizer Firmen sind in Saudi-Arabien mit steigenden Inlandquoten konfrontiert. Ein attraktiver Weg, um die Quoten erfüllen, ist die Förderung von saudischen Frauen.
Für Schweizer Unternehmen ist Saudi-Arabien der zweitwichtigste Handelspartner im Nahen Osten. Längst haben Konsumgüter-, Chemie, Pharmakonzerne und die Banken das Potenzial der kaufkräftigen Mittelschicht erkannt. Doch die derzeitige Grossreformation der saudischen Wirtschaft bringt neben Chancen grosse Herausforderungen.

Immer höhere Inlandquoten

Die Unternehmen müssen beim Personal vor Ort immer höhere Inlandquoten ausweisen. Damit will die saudische Regierung die hohe Jugendarbeitslosigkeit reduzieren - 30 Prozent der 16 bis 24-Jährigen sind arbeitslos.
Die sogenannte Saudisierung, die die Regierung letztes Jahr mit dem Reformprogramm «Vision 2030» beschleunigte, schafft grosse Hürden bei der Rekrutierung in einem Land, wo jeder dritte Angestellte aus dem Ausland kommt.

Clariant hat Quote von 25 Prozent

Schweizer Unternehmen beschäftigen in Saudi-Arabien direkt rund 12'000 Angestellte. Der Chemiekonzern Clariant etwa zählt in Saudi-Arabien 160 Angestellte im Verkauf, in der Administration sowie Produkte- und Serviceleistungen in der Plastikindustrie. Davon sind 40 Saudis. Das entspricht einer Quote von 25 Prozent.

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«Das Ziel bis Ende Jahr ist eine Quote von 30 Prozent, darum stellen wir mehr und mehr Saudis an», sagt Clariant-Sprecherin Caroline Schmid auf Anfrage.

Banken brauchen höheren Saudi-Anteil

Die vorgegebenen Quoten variieren von Branche zu Branche und sind bei den Banken mit 50 Prozent am höchsten. Je nachdem, wie gut die Quote erfüllt wird, kriegt das Unternehmen einen Status Platinum für übererfüllt, grün für erfüllt, gelb knapp nicht erfüllt und rot für nicht erfüllt.
Für Novartis arbeiten 500 Angestellte im Land. Laut Novartis-Sprecher Satoshi Sugimoto hat Novartis den Status «grün» und entwickelt und beschäftigt proaktiv lokale Talente. Der Status grün bringt diverse Annehmlichkeiten bei der Einstellung und Visa-Beschaffung. So kann sich das Unternehmen alle zwei Monate für Visa bewerben.
Mit dem Status gelb gibt es dagegen nur ein Visum, wenn zwei ausländische Angestellte das Land verlassen. Firmen im roten Bereich kriegen keine Visa und können Arbeitsbewilligungen nicht erneuern.

Saudische Frauen gefragt

Bei Nestlé ist der Inländeranteil an den rund 3000 Beschäftigten laut einem Sprecher so hoch, dass die Anforderungen «übererfüllt» werden. Der Status Platinum ermöglicht zum Beispiel eine beschleunigte Visa-Ausstellung.

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Aus Sicht von Jan Atteslander vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse sind Quoten immer ein Eingriff in den Arbeitsmarkt. Er hatte Saudi-Arabien letzten Monat mit einer Wirtschaftsdelegation des Bundes besucht.

Beschäftigung von Frauen soll erhöht werden

Um die Quoten zu erreichen, sieht Atteslander unter anderem einen feministischen Ansatz: «Da im Rahmen der Reformen auch die Beschäftigung der Frauen erhöht werden soll, kann eine gezielte Förderung der saudischen Frauen helfen.»
Laut dem Verantwortlichen für Aussenwirtschaft von Economiesuisse haben die saudischen Behörden bei Problemen mit der Erreichung der Inländerquoten Gesprächsbereitschaft signalisiert.
Der Swiss Business Association Saudi-Arabia sind keine Firmen bekannt, die wegen der Saudisierung auf eine Expansion verzichten. Bruno Syfrig, das in Riad basierte Vorstandsmitglied der Association sagt: «Hingegen sind Unternehmen jetzt eher bereit, in Automatisierung zu investieren, um den Headcount zu reduzieren.»

Ähnlich wie zur Bekämpfung des Fachkräftemangels

Als Folge der Quotenerhöhungen würden Stellen und Funktionen am unteren Ende der Lohnskala in Frage gestellt, zum Beispiel Tea Boys, Reinigungskräfte, Fahrer oder administrative Unterstützungsfunktionen.

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Die Massnahmen, um die Quoten zu erreichen, sind ähnlich wie jene zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Schweiz: Ausbildung von neu Eingestellten und Weiterbildungen. Laut Syrig müssen die Unternehmen dazu bereit sein, zumindest mittelfristig höhere Personalkosten einzugehen, da Produktivität möglicherweise kleiner ist als zuvor.
(sda/ccr)
Welche Bundesbetriebe die Frauenqote erfüllen, sehen Sie in der Bildergalerie:
Ende 2013 hat der Bundesrat entschieden, dass alle bundesnahen Organisationen spätestens Ende 2020 in ihren Verwaltungs- und Stiftungsräten einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent ausweisen müssen. Unter anderem diese bundesnahen Organisationen erfüllen nicht die Quote:Der Verwaltungsrat des Rüstungskonzerns Ruag besteht aus sieben Personen - sechs Männern und lediglich einer Frau. Dabei sollten mindestens drei Frauen im Gremium vertreten sein.
Ebenfalls nur eine Frau ist im Verwaltungsrat der Tierverkehrsdatenbank Identitas zu finden, neben acht männlichen Kollegen. Um die Quote zu erfüllen, fehlen auch hier noch zwei Frauen.
Im Verwaltungsrat der Hotel Bellvue Palace Immobilien AG nehmen drei Herren Platz - und keine Frau. Die Quote schreibt allerdings eine vor.
Ebenfalls noch ein reines Männergremium hat die SRG-Tochter Swiss TXT. Von den sechs VR-Mitgliedern sollten zwei weiblich sein.
Ein gleiches Bild zeigt sich bei der anderen SRG-Tochter TPC.
Diese bundesnahen Organisationen erfüllen unter anderem die Quote:Der ETH Rat um Präsident Fritz Schiesser (Bild) erfüllt die Quote, denn er besteht aus elf Mitgliedern - sieben Männern und vier Frauen.
Der Verwaltungsrat der Eidg. Revisionsaufsichtsbehörde RAB besteht aus fünf Mitglieder - mit zwei Frauen.
Drei Frauen sind im siebenköpfigen Verwaltungsrat des Swiss Investment Fund for Emerging Markets. Die Quote ist damit erfüllt.
Sogar eine Frau mehr als gefordert zählt der Verwaltungsrat der Schweizerischen Exportrisikoversicherung. Statt wie vorgeschrieben drei, sitzen hier vier Frauen und fünf Männer im Gremium.
Gleiches gilt beim Schweizerischen Nationalmuseum: Im achtköpfigen Verwaltungsrat sind vier Frauen vertreten. Die Quote sieht aber nur drei vor.
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Ende 2013 hat der Bundesrat entschieden, dass alle bundesnahen Organisationen spätestens Ende 2020 in ihren Verwaltungs- und Stiftungsräten einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent ausweisen müssen. Unter anderem diese bundesnahen Organisationen erfüllen nicht die Quote:Der Verwaltungsrat des Rüstungskonzerns Ruag besteht aus sieben Personen - sechs Männern und lediglich einer Frau. Dabei sollten mindestens drei Frauen im Gremium vertreten sein. RMS

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