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Himmelwärts

Im Steigflug: Pilatus trotzt der Frankenstärke

Pilatus leidet nicht unter der Frankenstärke. Das Geschäft des Flugzeugherstellers zieht steil an, der Mitarbeiterbestand wächst. Für die Innerschweizer zahlt sich hohes Risiko aus.

Stefan Lüscher

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Pilatus-Businessjet: VR-Präsident Schwenk präsentiert Bundesrat Maurer den neuen Jet.  Keystone RMS

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Die Pilatus Flugzeugwerke exportieren praktisch ihre gesamte Produktion. Dennoch sind aus dem Hauptsitz in Stans keine Klagen wegen der Frankenstärke zu vernehmen. Denn das Geschäft brummt. So konnte die Firma im Dezember von der australischen Luftwaffe einen Grossauftrag über 49 PC-21-Trainingsflugzeuge verbuchen. Die Bestellung aus Down Under entspricht einem Wert von gegen 800 Millionen Franken; das sind mehr als zwei Drittel des Jahresumsatzes.
VR-Präsident Oscar Schwenk freut sich denn auch darüber, «dass sich die kleine Pilatus einmal mehr gegen die grosse Weltkonkurrenz hat durchsetzen können». Der Auftrag sei wichtig und sichere Arbeitsplätze. Wobei der einzige Schweizer Flugzeugbauer nicht nur Arbeitsplätze sichert, sondern stetig ausbaut. Zwischen 2012 und 2014 stieg der Personalbestand um 31 Prozent. Auch letztes Jahr wurden 50 neue Arbeitsplätze geschaffen. Aktuell zählt die Firma 2200 Voll- und Teilzeitmitarbeitende.

Hohes Risiko hat sich gelohnt

Im Zeitplan ist Pilatus mit dem Prestigeprojekt PC-24, dem weltweit ersten Businessjet, der auch auf kurzen Naturpisten starten und landen kann. Dieser Tage absolvieren zwei Prototypen in der Zentralschweiz sowie in Spanien und Schottland ein umfangreiches Testflugprogramm. «Wir sind zufrieden mit den ersten Ergebnissen», bilanziert Schwenk.

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Damit hat sich das hohe Risiko, das mit der 500 Millionen Franken teuren Entwicklung verbunden war, bezahlt gemacht. Die ersten Maschinen – Stückpreis: gegen 9 Millionen Dollar – dürften Ende 2017 ausgeliefert werden. Obwohl die Tranche von 84 Flugzeugen im Nu ausverkauft war, werden vorläufig keine Bestellungen mehr akzeptiert. Dabei ist sich Schwenk sicher, dass Pilatus nochmals so viele PC-24 verkaufen könnte.
Nonstop in der Luft - das sind die längsten Flüge aller Zeiten:
Die längsten Flüge aller Zeiten: Die Air Force One ist extrem ausdauernd. Sollte die Gefahr eines Terrorangriffs am Boden bestehen, kann die Maschine des US-Präsidenten sieben Tage am Stück in der Luft bleiben. Allerdings muss sie zwischendurch in der Luft betankt werden.
Flugzeugbauer sind immer ein Stück Abenteurer. Für Milliardär Steve Fossett endete seine Experimentierlust dramatisch: Er verschwand 2007 bei einem Flug und wurde erst über ein Jahr später tot aufgefunden. 2006 war aber ein glücklicher Moment: Fossett schaffte den längsten Flug aller Zeiten. 42'469 Kilometer flog er ohne Unterbrechung.
Auch für Solar-Impulse-Erbauer Betrand Piccard ist es nicht das erste Aviatik-Abenteuer: Dem Westschweizer gelang 1999 zusammen mit seinem Copiloten Brian Jones die erste Weltumrundung in einem Ballon ohne Zwischenhalt. Hier sieht man Piccards Ballon Breitling Orbiter 3 kurz vor dem Flug um die Welt.
Die erste Non-Stop-Erdumrundung gelang schon im Jahr 1949. Viermal musste die Maschine, der «Lucky Lady II» dafür in der Luft betankt werden. Sie war knapp vier Tage in der Luft und legte eine Strecke von 37'000 Kilometern zurück. flickr/CC/Public.Resource/Org
Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Rekorde noch etwas bescheidener. Louis Blériot überquerte als erster den Ärmelkanal, das war im Jahr 1909...
...das Modell seines Fliegers, Blériot XI, wurde auch an der Luftfahrtschau in Payerne 2014 nochmal in Aktion gezeigt. 800 Stück gab es in dieser Ausführung.
Der erste Solo-Nonstop-Flug über den Atlantik gelang Charles Lindbergh im Jahr 1927. Er steuerte sein Flugzeug "Spirit of St. Louis" von New York nach Paris. Die Atlantiküberquerung verschaffte dem US-Piloten weltweiten Ruhm.
Die schnellste Überquerung schaffte die Concorde: Das Überschallflugzeug hat nicht nur wegen der eleganten Form einen speziellen Platz in der Luftfahrtgeschichte. 1996 gelang einem Piloten darin die schnellste Atlantik-Überquerung in einem kommerziellen Linienflugzeug: Die Concorde benötigte von New York nach London lediglich 2 Stunden, 52 Minuten und 59 Sekunden.
Der längste Linienflug der Welt ist heute ist heute die Strecke von Sydney, Australien, nach Dallas, USA. Die A380 der Qantas Airline braucht für die Distanz von 13'808 Kilometern fast 15,5 Stunden.
Bis 2013 gab es noch einen Flug mit einer grösseren Distanz: In rund 18 Stunden flog Singapore Airlines von Singapur nach New York. Um die Strecke von 16'600 Kilometern zu bewältigen, musste die Maschine den starken Wind des Jetstreams ausnutzen. 
Keystone/Bloomberg
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RMS

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