Im Rechtsstreit um mögliche Verfehlungen bei der gescheiterten VW -Übernahme vor sechs Jahren lauern womöglich neue Risiken für die Porsche Holding SE. Die mit knapp 51 Prozent an Europas grössten Autobauer beteiligte Holdinggesellschaft weist ihre Anteilseigner im jüngsten Zwischenbericht darauf hin, dass neue Ermittlungen gegen den geschassten Vorstandschef Wendelin Wiedeking und seinen damaligen Finanzvorstand Holger Härter für das Unternehmen finanzielle Folgen haben könnten. Sollten die beiden Manager wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation verurteilt werden, könnte das Landgericht Stuttgart der Porsche SE ein Bussgeld aufbrummen.
Kern der neuen Ermittlungen ist eine Pressemitteilung von Oktober 2008, in der Porsche zwar Call-Optionen auf VW-Aktien nannte, nicht aber die damals ebenfalls gehaltenen Put-Optionen. «Wir prüfen, ob dieses Verschweigen eine Marktmanipulation sein kann», sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es sei denkbar, dass Anleger damals anders gehandelt hätten, wenn sie diese Information gehabt hätten.
Wiedeking und Härter müssen sich im kommenden Jahr wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation in einem Strafverfahren vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den ehemaligen Porsche-Managern vor, Anleger getäuscht zu haben, als sie 2008 offiziell die Absicht zur Übernahme von VW bestritten. Anleger hätten damals bei sinkendem VW-Kurs Aktien leer verkauft und sie später viel teurer beschaffen müssen. Wiedeking und Härter bestreiten den Vorwurf.