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Fahrerloser Lastwagen

Sieht so die Zukunft des Transportes aus?

Der erste fahrerlose LKW verkehrt auf Schwedens Strassen. Der T-Pod ist mehr als nur ein Experiment – und nimmt auch die Schweiz ins Visier.

Gabriel Knupfer

Einride DB Schenker
Fahrerlos: Einride-Lastwagen T-Pod beim ersten kommerziellen Einsatz. Einride

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Die Zukunft des Transportes ist selbstgesteuert. Das schwedische Software-Startup Einride und der Logistikkonzern DB Schenker sind seit letzter Woche mit ihrem fΓΌhrerlosen Lastwagen T-Pod auf Schwedens Strassen unterwegs. Vorerst verkehrt der elektrisch betriebene 26-Tonner noch im Schneckentempo von fΓΌnf Stundenkilometern in einem Industriegebiet von JΓΆnkΓΆping. Mehr erlaubt die Bewilligung nicht. Dennoch sei die Zulassung ein grosser Meilenstein, sagt Chef Robert Falck laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Bis 2020 will Einride 200 Fahrzeuge in verschiedenen LΓ€ndern betreiben. Neben Schenker sind bisher der deutsche DetailhΓ€ndler Lidl, die Lieferfirma Svenska Retursystem und fΓΌnf Fortune-500-DetailhΓ€ndler an Bord. Kein Wunder, stehen doch Frachtunternehmen weltweit unter dem Druck, ihre Lieferzeiten zu verkΓΌrzen, den Treibgasausstoss zu verringern und eine LΓΆsung fΓΌr den zunehmenden Fahrermangel zu finden.

Fernsteuerung statt FΓΌhrerkabine

Der T-Pod ist weit mehr als nur ein Experiment. Mit einer elektronisch auf 85 Stundenkilometer limitierten HΓΆchstgeschwindigkeit und einer Batteriereichweite von 200 Kilometern soll es der Lastwagen mit der bemannten Konkurrenz aufnehmen. Die Navigation erfolgt mittels Radar, Infrarot-Laser und Kameras. Eine FΓΌhrerkabine fehlt, im Notfall kann ein Mensch per Fernsteuerung eingreifen. Dieser kann bis zu zehn Fahrzeuge gleichzeitig ΓΌberwachen und steuern.

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Voraussetzung fΓΌr das autonome Fahren ist die 5G-Infrastruktur. FΓΌr den Einsatz in JΓΆnkΓΆping mussten Ericsson und Telia zwei neue Antennen aufstellen. WΓ€hrend der Ausbau dieser Technologie noch ein wenig lahmt, hat das Engagement der Auto- und Transportindustrie zuletzt Fahrt aufgenommen. Das zeigt auch Einride: Chef Robert Falck war frΓΌher im Management von Volvo, zu den Investoren gehΓΆrt der ehemalige Asienchef von Daimlers Lastwagensparte.

USA und China machen vorwΓ€rts

FΓΌr Falck geht der Blick in die USA. Das Land sei der Β«Ground ZeroΒ» fΓΌr autonome Fahrzeuge und soll fΓΌr die Branche der erste grosse Markt werden. Das liegt auch an der UnterstΓΌtzung durch grosse Konzerne. So hat der US-Hersteller Rivian in diesem Jahr 500 Millionen Dollar von Ford und 700 Millionen Dollar von Amazon zugesagt bekommen. Rivian entwickelt ebenfalls selbstfahrende Trucks.
In China beansprucht das Startup Neolix die Pionierrolle bei autonomen Auslieferungen. In dieser Woche verkΓΌndete die Firma den Start der Massenproduktion und will innert Jahresfrist schon Tausende Fahrzeuge ausliefern. Zu den Kunden gehΓΆren die Online-Handelsplattform JD.com und Huawei. Laut Neolix-Chef Yu Enyuan wurden bisher 120 der kleinen Fahrzeuge in geschΓΌtzten Bereichen getestet.

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Neolix setzt auf den E-Commerce-Boom in China, der inzwischen 400 Milliarden Dollar wert ist. Allerdings gibt es bei den Auslieferungen per Robo-Vehikel noch ein Problem: Bisher muss ein Mensch das Paket entgegennehmen. Eine mΓΆgliche LΓΆsung kommt von Ford: Der US-Konzern hat einen kleinen Roboter vorgeschlagen, der die Lieferung vom Fahrzeug zur TΓΌrschwelle auf zwei Beinen zurΓΌcklegt.

Neolix plant Expansion in die Schweiz

Bisher hat die Fabrik von Neolix eine ProduktionskapazitΓ€t von 30'000 Fahrzeugen. Man sei jedoch in GesprΓ€chen mit potenziellen Partnern in Japan, den USA und auch der Schweiz, so Chef Yu laut der Wirtschaftsagentur Β«BloombergΒ». In fΓΌnf Jahren sollen bereits 100'000 Fahrzeuge pro Jahr vom Band laufen.
Auf Anfrage der Β«HandelszeitungΒ» bestΓ€tigt Neolix-Europa-ReprΓ€sentantin Hu Wanqiu die Schweiz-PlΓ€ne. Noch im Jahr 2019 soll ein Testprojekt stattfinden, Ort, Dauer und Umfang seien bereits festgelegt, so Hu. Welche Firma in der Schweiz beteiligt ist, kann Neolix indes noch nicht bekanntgeben.

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In der Schweiz testen Postauto, SBB und die Post schon seit einiger Zeit autonome Fahrzeuge und Robo-PΓΆstler. Allerdings dΓΌrfen diese hierzulande bisher nur mit einem menschlichen Aufpasser an Bord durch die Gegend fahren.
Damit sich Neolix, Einride und Co. dereinst in der Schweiz durchsetzen kΓΆnnten, brΓ€uchte es eine Γ„nderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Über die Autoren
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer ist Redaktor Wirtschaft-Desk RMS fΓΌr Blick und die Handelszeitung, fΓΌr die er seit zehn Jahren arbeitet.

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