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Dominanz

Die unheimliche Macht der fünf Techgiganten

Apple, Alphabet, Amazon, Microsoft und Facebook werden immer wertvoller. Mehr noch: Die fünf Techgiganten sind so dominant geworden, dass andere Unternehmen auf sie angewiesen sind. Was das bedeutet.

Marc Bürgi

Die US-Website Emolument hat die Techfirmen ermittelt, welche die höchsten Einstiegsgehälter zahlen. Das sind die Top 10:Platz 9: SAPDer deutsche Software-Gigant bietet jungen Absolventen im Durchschnitt ein Einstiegsgehalt von 44'000 Dollar. Hinzu kommt noch ein durchschnittlicher Bonus von 4000 Dollar.
Platz 8: Orange SA Keinen Bonus bekommen junge Talente bei Frankreichs grösstem Telekommunikationsanbieter. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt liegt bei 48'000 Dollar. Damit teilt sich Orange den 8. Platz mit…
Platz 8: IBM…IBM. Denn auch der US-Konzern zahlt keinen Bonus.
Platz 7: TelefonicaDer spanische Telekommunikationsanbieter zahlt als Techfirma in Europa das höchste Einstiegsgehalt. Das liegt durchschnittlich bei 45'000 Dollar, der Bonus bei etwa 4000 Dollar. Die übrigen Plätze der Top 10 werden von amerikanischen Techfirmen dominiert und zeigen eine grosse Gehaltslücke zwischen amerikanischen und europäischen Unternehmen.
Platz 6: MicrosoftDer Softwaregigant von Bill Gates zahlt Einsteigern ein respektables Gehalt: Im Durchschnitt 58'000 Dollar plus 9000 Dollar Bonus.
Platz 5: Oracle Die Firma von Larry Ellison ist bekannt für ihre hohen Einstiegsgehäter von durchschnittlich 67'000 Dollar. Dafür gibt es jedoch keinen Bonus.
Platz 4: Cisco SystemsWie bei Oracle beträgt auch bei der US-Techfirma Cisco Systems das durchschnittliche Einstiegsgehalt 67'000 Dollar. Hinzu kommt jedoch ein Bonus von durchschnittlich 1000 Dollar.
Platz 3: Google Unter Studenten zählt Google zu den beliebtesten Arbeitgebern. Ein Grund ist auch das hohe Einstiegsgehalt: Der Techriese zahlt im Durchschnitt 86'000 Dollar plus 20'000 Dollar Bonus.
Platz 2: AppleDeutlich mehr als Google bietet Apple: Der iPhone-Hersteller bietet Einsteigern ein Gehalt von durchschnittlich 104'000 Dollar. Zudem wird ein Bonus von durchschnittlich 16'000 Dollar gezahlt. Damit ist Apple eines von zwei Techunternehmen, das seinen jungen Absolventen ein sechstelliges Einstiegsgehalt zahlt.
Amazon
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Die US-Website Emolument hat die Techfirmen ermittelt, welche die höchsten Einstiegsgehälter zahlen. Das sind die Top 10:Platz 9: SAPDer deutsche Software-Gigant bietet jungen Absolventen im Durchschnitt ein Einstiegsgehalt von 44'000 Dollar. Hinzu kommt noch ein durchschnittlicher Bonus von 4000 Dollar. RMS

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Mitte der Woche hat die Aktie von Apple einen neuen Höchststand erreicht. Damit ist der iPhone-Hersteller als erstes US-Unternehmen der Geschichte an der amerikanischen Börse über 800 Milliarden Dollar Wert. Schon seit einer Weile ist der Techriese der wertvollste Konzern der Welt. Aber dieser Status wird immer krasser. Seit Jahresbeginn ist die Apple-Aktie um 33 Prozent gestiegen. Das ist deutlich mehr als die US-Technologiebörse Nasdaq insgesamt, sie legte nur um knapp 13 Prozent zu.

Auch die anderen grossen US-Technologiekonzerne haben an der Börse deutlich zugelegt. Rund ein Drittel betrug der Zuwachs bei Facebook – die Aktien der Google-Mutter Alphabet und Amazon gewannen ebenfalls überdurchschnittlich hinzu. Nur der Microsoft-Titel konnte mit einem Plus von fast elf Prozent nicht ganz mithalten.

In zehn Jahren an die Börsenspitze

Die fünf Technologieunternehmen sind nun mit Abstand die wertvollsten US-Konzerne. Das Schlusslicht der sogenannten Big Five – Facebook – und der höchstbewertete Industriekonzern, die Ölfirma Exxon, trennen an der Börse rund 100 Milliarden Dollar.

Ihr Aufstieg geschah innert wenigen Jahren: 2007 hatte nur Microsoft zu den zehn grössten US-Firmen gehört. In dieser Zeit ist das Internet allgegenwärtig geworden. Wir sind heute mit Smartphones ständig online und nutzen das Netz für immer mehr Bedürfnisse. Die fünf Techkonzerne haben von diesem Trend profitiert – und ihn selbst befeuert.

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Sie dominieren ihr Geschäft

Microsoft hat dem PC zum Durchbruch verholfen, Apple machte mit seinem iPhone das Smartphone populär. Facebook wiederum verkörpert den Erfolg der sozialen Netzwerke, Amazon etablierte den Online-Handel und Google meisterte die Internet-Suche.

Die fünf Konzerne sind ihrem Kerngeschäft so dominant geworden, dass andere Unternehmen auf sie angewiesen sind: Wer im Internet Werbung machen will, wird fast unweigerlich Kunde bei Google oder Facebook. Der Suchmaschinenbetreiber und das soziale Netzwerk sind mit Abstand die grössten Anbieter im Online-Werbemarkt.

Die Grösse ist ein Vorteil

Eine ähnliche Stellung verschafft sich Amazon derzeit im Internethandel. Der Konzern investiert massiv in die Logistik, und immer mehr Detailhändler nutzen den Service, um Waren online zu verkaufen. Facebook und seine Töchter Instagram und Whatsapp wiederum geben bei den sozialen Netzwerken den Ton an.

Ihre dominante Position hat eine selbstverstärkende Wirkung: Amazon ist als Internethändler für Kunden attraktiv, weil er so gross ist. Er bietet ihnen viel mehr Möglichkeiten, Produkte zu finden oder zu verkaufen. Dieser Effekt spielt beispielsweise auch bei Facebook oder bei Apple: Je erfolgreicher das iPhone ist, desto mehr Apps werden dafür entwickelt.

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Vorstoss in neue Branchen

Ihre Grösse macht es für die Konzerne auch einfacher, in neue Geschäftsfelder vorzustossen. Neben Google und dem Videokanal Youtube ist beispielsweise Alphabet in immer neuen Branchen tätig: Erst produzierte man eigene Smartphones, dann baute man intelligente Haushaltsgeräte oder forscht heute an selbstfahrenden Autos. Bei diesen Projekten kann Alphabet auf die Unmengen von Daten zugreifen, den der Konzern mit Google oder Youtube sammelt.

Dank ihrer Schlüsselpositionen in der digitalen Wirtschaft könnten diese fünf Techkonzerne über Jahre hinaus die amerikanische Wirtschaft dominieren. Allerdings wächst nun auch der politische Widerstand gegen die Dominatoren. So sind Microsoft und Google etwa im Dauerstreit mit den europäischen Wettbewerbsbehörden.

Der Gegenwind wird stärker

Je grösser die Fünf werden, desto mehr dürften sie ins Visier der Politik und Regulatoren geraten. So kündigte die EU-Kommission bereits an, die Marktmacht von Google und Apple genauer prüfen zu wollen. Die Brüsseler Behörde kündigte Mitte der Woche eine Initiative bis Jahresende an, um womöglich unfaire Vertragsklauseln zwischen Online-Plattformen und Produktanbietern aufzudecken. Zudem stellte sie weitere Verfahren wegen Verstössen gegen das Wettbewerbsrecht beim Internet-Handel in Aussicht, nannte aber keine Namen.

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Zudem ist immer auch möglich, dass dank einer technologischen Entwicklung neue Konzerne den fünf Unternehmen ihr Geschäft streitig machen. Vor zehn Jahren hätten die meisten Beobachter auch nicht darauf gewettet, dass diese fünf Konzerne 2017 die Elite der US-Wirtschaft bilden.
WWie die Boni bei Google, Facebook und Co. aussehen, sehen Sie in der Bildergalerie unten:
Diese originellen Boni bieten Google, Facebook und Co.:Google: Lohnfortzahlung im TodesfallGoogles Personalchef Laszlo Bock erklärte in einem Interview mit dem «Forbes»-Magazin, dass Google sich auch dann noch um seine Angestellten sorgt, wenn sie längst gestorben sind. Das Unternehmen zahlt den Erben des Toten in den USA nämlich zehn Jahre lang weiterhin 50 Prozent des Gehalts.
Netflix
REI: SonderurlaubDie Firma REI bietet ihren Mitarbeitern zwei zusätzliche freie Tage bei voller Bezahlung. An den sogenannten «Yay Days» sollen die Leute ihre Lieblingsaktivitäten im Freien geniessen.PR
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Facebook: Baby-BargeldZuckerbergs Freude über sein kleines Töchterlein macht offenbar grosszügig. Jeder Facebook-Mitarbeiter, der ein Kind bekommt, darf sich über einen Bonus von 4000 Dollar freuen.
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World Wildlife Fund: Panda-FridayMitarbeiter des World Wildlife Fund (WWF) haben in den USA jeden zweiten Freitag (am sogenannten Panda-Friday) frei.istolethetv/Flickr/CC
Ein Airbnb-Zimmer in den USA
PwC: Rückzahlung der StudiengebührenWer in den USA studiert, verlässt die Universität in der Regel nicht nur mit einem Abschluss, sondern auch mit einem Berg Schulden. PwC hilft seinen Beschäftigten bei der Rückzahlung des Darlehens mit 1200 Dollar jährlich.George Rex/Flickr/CC
Pinterest: Elternzeit und TeilzeitFrisch gebackene Eltern bekommen bei Pinterest drei Monate bezahlte Elternzeit. Danach dürfen sie einen Monat in Teilzeit. Anschliessend hilft das Unternehmen in Beratungssitzungen dabei, zurück ins Arbeitsleben zu finden.
Burton: SkiurlaubBurton schenkt seinen Mitarbeitern Skipässe, damit sie an den sogenannten «Snow Days» über die Pisten brettern können.poolie/Flickr/CC
Twilio: BücherLeseratten sind bei Twilio richtig. Denn der Cloud-Kommunikationsdienst bedenkt seine Mitarbeiter mit einem Kindle-E-Book-Reader und Gutscheinen für E-Books in Höhe von 30 Dollar monatlich.
Twitter: Gratisessen und AkupunkturEs ist bekannt, dass die Angestellten bei Twitter in vieler Hinsicht ein gutes Leben führen. Unter anderem darf sich jeder Mitarbeiter über drei kostenlose Mahlzeiten am Tag hermachen. Ausserdem gibt es Vergünstigungen wie Gratis-Akupunktur.
Walt Disney Company: Kostenloser EintrittDie Walt Disney Company will, dass ihre Mitarbeiter den «Fröhlichsten Platz auf Erden» geniessen können. Deshalb gibt es kostenlose Eintrittskarten für die Disney-Freizeitparks. Ausserdem profitieren die Mitarbeiter von Ermässigungen auf Merchandise und Disney-Hotels.
Evernote: Kurse fürs TeambuildingBei Evernote wird Zusammenhalt grossgeschrieben. Deshalb fördert das Unternehmen den Kontakt zwischen Kollegen durch Teamevents, beispielsweise Backkurse.
Epic Systems Corporation: Bezahltes SabbaticalWer bei der Epic Systems Corporation mindestens fünf Jahre arbeitet, kann sich vier Wochen in ein bezahltes Sabbatical verabschieden.Wikimedia/CC
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Asana: Lebens- und KarriereberaterDie Mitarbeiter von Asana sollten eigentlich alles gut im Griff haben. Denn das Unternehmen bietet Coachings sowohl für den privaten als auch beruflichen Bereich.
Zillow: MuttermilchversandWenn eine junge Mutter beruflich verreist, zahlt Zillow ihr den Versand von Muttermilch — overnight.Bilder: Keystone
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Diese originellen Boni bieten Google, Facebook und Co.:Google: Lohnfortzahlung im TodesfallGoogles Personalchef Laszlo Bock erklärte in einem Interview mit dem «Forbes»-Magazin, dass Google sich auch dann noch um seine Angestellten sorgt, wenn sie längst gestorben sind. Das Unternehmen zahlt den Erben des Toten in den USA nämlich zehn Jahre lang weiterhin 50 Prozent des Gehalts. RMS

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