Die Demokraten im US-ReprΓ€sentantenhaus fordern von der Deutschen Bank und anderen Banken Auskunft ΓΌber die Finanzen von US-PrΓ€sident Donald Trump. Dabei geht es auch um die Frage, ob Trump im Wahlkampf Hilfe aus Russland bekommen hat.
Β«Die mΓΆgliche Benutzung des amerikanischen Finanzsystems fΓΌr gesetzeswidrige Zwecke ist ein ernsthaftes VergehenΒ», sagte die Vorsitzende des Finanzausschusses im ReprΓ€sentantenhaus, Maxine Waters, am Montag in Washington. Der Ausschuss untersuche diese Angelegenheiten so grΓΌndlich wie mΓΆglich und gehe auch der Frage nach, ob Trump und seine Mitarbeiter darin verwickelt sein kΓΆnnten.
Freundliche Vorladung
Die Vorladung wird auch vom Geheimdienstausschuss mitgetragen, der ebenfalls von den Demokraten kontrollierte wird. Dessen Vorsitzender Adam Schiff erklΓ€rte, die Vorladungen seien Teil der Untersuchungen zu einer mΓΆglichen auslΓ€ndischen Einflussnahme auf die amerikanische Politik. Im Falle der Deutschen Bank handele es sich um eine Β«freundliche VorladungΒ», sagte Schiff. Bislang habe Deutschlands grΓΆsstes Geldhaus kooperativ mit den beiden AusschΓΌssen zusammengearbeitet. Er setze darauf, dass die Deutsche Bank der Aufforderung nachkommen werde. Eine Sprecherin des Instituts sagte, man sei einem Β«produktiven DialogΒ» verpflichtet. Von Trumps AnwΓ€lten war zunΓ€chst keine Stellungnahme zu erhalten.
Trump schuldet der Deutschen Bank Millionen
Die Deutsche Bank hatte Trump vor seiner PrΓ€sidentschaft hohe Kredite gewΓ€hrt und steht deshalb im Zentrum des Interesses. Viele andere Institute hatten dem ehemaligen Immobilienunternehmer kein Geld mehr geliehen. Laut einem Dokument aus dem vergangenen Jahr schuldet Trump der Deutschen Bank Trust Company Americas mindestens 130 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Immobilienprojekten wie beispielsweise dem zum Hotel umgebauten historischen PostgebΓ€ude in Washington nahe des Weissen Hauses. Die Demokraten haben seit Januar die Mehrheit im ReprΓ€sentantenhaus. Die demokratischen Ausschussvorsitzenden kΓΆnnen dank der geΓ€nderten MehrheitsverhΓ€ltnisse nun Informationsersuchen oder sogar formelle Vorladungen von Zeugen aussprechen, ohne auf die Kooperation der Republikaner angewiesen zu sein. Die neu gewonnene Macht nutzen sie unter anderem, um Trumps Finanzen zu durchleuchten. Unklar blieb zunΓ€chst, ob die AusschΓΌsse nur Dokumente fordern oder auch Bankmitarbeiter aussagen sollen. Die "Β«New York TimesΒ», die zuerst ΓΌber die Vorladung berichtet hatte, schrieb, auch die Citigroup, JPMorgan und Bank of America hΓ€tten Vorladungen erhalten.
Anleger reagierte unbeeindruckt
Die Demokraten verdΓ€chtigen Trump, russische Hilfe beim Wahlkampf bekommen zu haben. Sonderermittler Robert Mueller hatte keine VerschwΓΆrung des Wahlkampfteams von PrΓ€sident Trump mit Russland festgestellt, wie US-Justizminister William Barr Ende MΓ€rz in einer Zusammenfassung des Berichts fΓΌr den Kongress erklΓ€rte. Am Donnerstag will Barr den Bericht von Mueller verΓΆffentlichen - allerdings in einer redigierten Fassung. Die Anleger der Deutschen Bank zeigten sich von der Vorladung unbeeindruckt. Die Papiere von Deutschlands grΓΆsster Bank notierten am Dienstag 1,2 Prozent hΓΆher.