Warum haben Sie in der Bewertung der VerwaltungsrΓ€te von Schweizer Unternehmen so gut abgeschnitten?
Der VR besteht aus erfahrenen PersΓΆnlichkeiten, die auf Grund ihrer Kompetenz und GlaubwΓΌrdigkeit gewΓ€hlt wurden. Die Transparenz ΓΌbertrifft Schweizer Standards, etwa in der Offenlegung der VergΓΌtungen des Verwaltungsrats und des Managements. Novartis nimmt hier eine anerkannte Pionierrolle ein. Der Verwaltungsrat ist klar strukturiert mit einem erfahrenen, unabhΓ€ngigen Lead Director und AusschΓΌssen mit expliziten Verantwortungen. Mit Ausnahme des PrΓ€sidenten sind sie nicht operativ im GeschΓ€ft tΓ€tig. Kein Verwaltungsrat hat Einsitz im VR einer bΓΆrsenkotierten Firma, die in geschΓ€ftlicher Beziehung zu Novartis steht.
Wie kann man die QualitΓ€t schweizerischer VerwaltungsrΓ€te verbessern?
Jede Firma sollte fΓΌr neue VerwaltungsrΓ€te ein Induktionsprogramm durchfΓΌhren. VerwaltungsrΓ€te mΓΌssen nicht nur Zugang zu Information haben, sondern diese auch gebrauchen. Wesentlich ist es, im Verwaltungsrat ein Klima des gegenseitigen Respekts und Vertrauens zu etablieren.
Von welchen Anspruchsgruppen kommt heute der stΓ€rkste Druck zur Verbesserung der Corporate Governance?
Von den VerwaltungsrΓ€ten selber und richtigerweise von den Investoren.
Welche Rolle sollte der Gesetzgeber bei der Ausgestaltung der Corporate Governance spielen?
Best Practices in Corporate Governance mΓΌssen (vor)gelebt werden. Gesetze kΓΆnnen dies nicht sicherstellen. Allerdings sollten fΓΌr alle verbindliche Regeln zur Offenlegung und Vermeidung von MissbrΓ€uchen vorliegen.