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Cyber-Versicherungen: Ein Nischenmarkt mit Potenzial

Ob Private oder Firmen – sich gegen die Gefahren des Internets zu versichern, ist für alle möglich. Nun könnte «Wanna Cry» den Angeboten der Schweizer Versicherer entscheidenden Schub verleihen.

Das Europäische Center für Cybercrime (Europol) hat Tipps auf Lager, wie Sie sich gegen Ransomware schützen können.
Regelmässig die Software updatenHäufig nutzen Kriminelle Lücken und Fehler in bestehender Software wie etwa in Browsern. Indem Sie diese auf dem neuesten Stand halten, tragen Sie zum Schutz Ihrer Geräte und Daten bei.
Anti-Virus-Software installierenEin Anti-Virus-Programm und eine Firewall schützen Ihre Computer vor bekannten Schädlingen. Wichtig: Halten Sie auch diese immer aktuell.
Auf vertrauenswürdige Webseiten setzenFür Updates und Downloads von Software sollten Sie nur auf zuverlässige Webseiten zurückgreifen - und offizielle Software nutzen.
Regelmässige Backups Ihrer Daten machenWenn Sie eine Sicherheitskopie Ihrer Daten haben, dann sind Sie auch für den Fall eines Angriffs mit Ransomware gerüstet. Solche Dienste gibt es sogar gratis.
Bericht erstattenWerden Sie Opfer von Ransomware, wenden Sie sich sofort an die zuständigen Behörden wie etwa die Polizei.
Hilfe bei Ihrem Anti-Viren-Provider suchenSind Sie bereits infiziert, gilt es die Malware fachgerecht und komplett loszuwerden. Dabei kann Ihnen Ihr Anti-Viren-Provider helfen, viele Programme gibt es kostenlos.
Keine unbekannten Attachments, Banners und Links öffnenWas harmlos aussieht, kann grossen Schaden anrichten. Vertrauen Sie nur Sachen, die Sie kennen, beziehungsweise bei denen Sie wissen, woher sie kommen.
Keine Apps von unbekannten Quellen/Anbietern ladenVertrauen Sie nur auf bekannte Anbieter von Apps und überprüfen Sie Downloads einzeln.
Nicht naiv seinWenn Sie eine Webseite warnt, dass Ihre Programme oder Driver veraltet seien, vertrauen Sie der Information nicht blind. Kriminelle fälschen Firmen- und Softwarelogos um Schadprogramme auf Ihrem Computer zu installieren.
Kein Geld an die Erpresser zahlenGeld an die kriminellen Erpresser zu zahlen, garantiert nicht, dass Ihr Problem gelöst wird und Sie Ihre Daten zurückbekommen. Geben Sie klein bei, unterstützen Sie zudem das Geschäft der Kriminellen und finanzieren deren illegale Aktivitäten mit.Bilder: Pexels/Pixabay
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RMS

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Unternehmen können sich in der Schweiz seit rund vier Jahren gegen Risiken eines Angriffs aus dem Internet versichern. Nur wenige Unternehmen haben bis jetzt jedoch tatsächlich eine Versicherung abgeschlossen. Die Versicherer sind sich aber einig, dass sich das ändern wird.
In der Schweiz bieten gemäss den Angaben auf den jeweiligen Internetseiten Zürich, Allianz Suisse, Allianz Global Corporate & Speciality und Axa Winterthur Cyberversicherungen für Unternehmen an. Vier der drei Versicherer haben auf Anfrage der sda Angaben zur bisherigen Nachfrage gemacht.

Kleine Nachfrage

Sie scheint bis jetzt eher klein zu sein. Es würden zwar immer mehr Anfragen zu Cyber-Deckungen gemacht, schreibt der Leiter Unternehmensversicherungen der Allianz Suisse, Bruno Spicher, der sda. «Aber nach wie vor werden sehr wenige Deckungen auch gekauft.»
Gleich tönt es auch bei der Axa Winterthur. Die Nachfrage steige zwar stetig, schreibt der Versicherer. Dennoch sei die Cyberversicherung nach wie vor als Nischenprodukt zu betrachten.

Wachstum spürbar

Bei der Allianz Global Corporate & Speciality, die Cyberversicherungen für Grossunternehmen anbietet, heisst es, dass solche Produkte derzeit ein rasantes Wachstum verzeichnen, nachdem sie bei der Einführung von den Kunden noch eher zurückhaltend aufgenommen worden seien.

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Die Zurich dagegen will keine Angaben zur Entwicklung dieser Versicherungen machen. Sie schreibt auf Anfrage lediglich, dass die Nachfrage nach Cyberversicherungen stetig zunehme.

«Wanna Cry» sensibilisiert

Das stellen auch die anderen Unternehmensversicherer fest. Insbesondere die jüngste globale Cyberattacke «Wanna Cry», die sich in der Schweiz kaum ausgewirkt hat, hat die Anfragen ansteigen lassen. «Nach einem solchen Ereignis erhalten wir tendenziell etwas mehr Anfragen», schreibt zum Beispiel Axa Winterthur. Allianz Suisse stellte bereits vor «Wanna Cry» aufgrund vermehrter Medienberichte viele Anfragen fest.
Bruno Spicher von Allianz Suisse geht dabei davon aus, dass dies der Beginn eines eigentlichen Booms ist. «Wir erwarten eine deutlich ansteigende Nachfrage», schreibt er. Bei der Zürich heisst es, dass der aktuelle Angriff bei Firmen das Bewusstsein für Cyber-Gefahren «deutlich erhöht» habe.

Ausgedehnt auf KMU

Dass die Versicherer von einem zukünftigen Wachstumsmarkt ausgehen, zeigt auch, dass sie ihr Angebot in dieser Sache ausdehnen. So bietet nach der Axa Winterthur jetzt seit kurzem auch Allianz Suisse eine Versicherung für kleine und mittlere Unternehmen an. Fast sämtliche Versicherer haben zudem in den letzten Monaten eine Cyber-Versicherung für Privatpersonen lanciert.

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(sda/jfr)

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