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Vergangenheit

Bundesratswahlen: Von memorabel bis prekär

Die SVP hat ihren zweiten Bundesratssitz zurückgewonnen. Das Parlament spielte entsprechend mit. Doch Überraschungen waren im Vorfeld nicht auszuschliessen, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

Marc Bürgi

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Diese Bundesratswahlen schrieben Geschichte:Unter allen Bundesratswahlen sticht jene von 2003 hervor. Der SVP gelingt die Sensation: Partei-Übervater Christoph Blocher schafft die Wahl in den Bundesrat. RMS

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Das lange Warten hat ein Ende: Die SVP hat ihren zweiten Sitz in der Landesregierung zurückgewonnen – Guy Parmelin wurde zum neuen Bundesrat gewählt. Damit kann die SVP die Schmach der Bundesratswahl von 2007 abhaken: Damals wurde ihr Vertreter Christoph Blocher abgewählt, stattdessen zog BDP-Politikerin Eveline Widmer-Schlumpf in die Regierung ein.
Die Abwahl von Christoph Blocher war spektakulär –  wie auch sein Einzug in die Landesregierung vier Jahre zuvor. Dem bekanntesten Schweizer Politiker gelang 2003 der Einzug in die Regierung. CVP-Bundesrätin Ruth Metzler musste ihren Sitz abtreten, die SVP hatte erstmal in ihre Geschichte zwei Bundesratssitze inne. Den zweiten hielt Samuel Schmid, von dem sich die Partei distanzierte, als er 2007 nicht gemeinsam mit dem geschassten Blocher in die Opposition wechseln wollte.

Zuvor war es die Frauenfrage

Das zeigt: In jüngster Zeit steht die SVP im Zentrum der Bundesratswahlen – zuvor hatte die Frauenfrage die Schweizer Politik bewegt. Sie führte zur denkwürdigen Wahl von 1983: Die SP wollte mit Lilian Uchtenhagen die erste Frau in den Bundesrat schicken. Doch das Parlament wählte stattdessen Otto Stich in die Regierung.
1984 erst wurde mit der FDP-Politikerin Elisabeth Kopp eine Frau gewählt. Ein Skandal zwang sie gut vier Jahre später zum Rücktritt: Sie wurde beschuldigt, ihrem Mann vertrauliche Informationen zugesteckt zu haben – vom Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung wird die Zürcher Politikerin später freigesprochen.

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1993 gehen Frauen auf die Strasse

Nach Kopps Rücktritt Anfang 1989 war der Bundesrat jahrelang wieder ein reines Männergremium. 1993 stellte die SP die nächste Frau auf: Christiane Brunner sollte Bundesrätin werden. Doch erneut lehnte das Parlament eine SP-Kandidatin ab – und wählte stattdessen den Walliser Francis Matthey. Matthey nahm die Wahl aber nicht an und forderte Bedenkzeit.
Sein Zögern hatte ein Grund, die Nichtwahl Brunners sorgte für Empörung. Tausende forderten vor dem Bundeshaus eine Frau in der Landesregierung. Die Forderung wurde erfüllt; Matthey machte den Weg frei für die Genfer SP-Frau Ruth Dreifuss.

Entsteht eine neue Zauberformel?

Als denkwürdige Bundesratswahl gilt schliesslich auch jene von 1959, als die SP einen zweiten Sitz in der Landesregierung erhielt. Damit entstand die Zauberformel: Jahrzehntelang stellten FDP, CVP und SP zwei Bundesräte und die SVP bekam den siebten Sitz.
Heute hat die SVP den zweiten Sitz zurückerobert, wie es bereits 2003 bis 2007 der Fall war. Jetzt stellt sich die Frage: Ist diese Zusammensetzung der Landesregierung nur vorübergehend – oder entsteht eine neue Zauberformel, die lange Bestand hat?
Die Bundesratswahlen 2015 in Bildern:
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Die Bundesratswahl 2015 in Bildern: Die SVP hat ihren zweiten Bundesratssitz zurückgewonnen. Der Waadtländer Nationalrat Guy Parmelin schafft im dritten Wahlgang mit 138 Stimmen den Einzug in den Bundesrat. Für den 56-jährigen Weinbauer ist das ein gutes Resultat. RMS

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