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Technologie

Biver erkennt grosses Potenzial in der Apple Watch

Nahezu aus dem Stand ist Apple zu einem der grössten Uhrenbauern der Welt aufgestiegen. LVMH-Uhrenchef Jean-Claude Biver ist ebenfalls voll des Lobes für die schlaue Uhr.

Mathias Ohanian

iPhone 7
Das Smartphone ist aber nun wasser- und staubdicht …
…und verzichtet auf den analogen Kabelanschluss für Kopfhörer. Stattdessen können Kopfhörer beim iPhone 7 über dieselbe Buchse angeschlossen werden wie das Ladekabel.
Die kabellosen Kopfhörer mit der Bezeichnung Air Pods werden Ende Oktober geliefert und kosten in der Schweiz ab 179 Franken. Sie sind mit einem Klick mit dem iPhone verbunden. Wer für das Telefonieren nur einen verwenden möchte, kann den anderen einfach weglassen.
Auch Kamera und Display wurden deutlich verbessert. Das iPhone 7 verfügt über eine hoch auflösende Kamera mit Weitwinkel- und Telefunktion, in der Plus-Edition über zwei Kameras.
Die neue iPhone-Generation wird es in schwarz, mattschwarz, silber, gold und roségold zu kaufen geben. Die Preise für das iPhone und iPhone 7 Plus in der Schweiz beginnen ab 759 Franken. Ausgeliefert wird ab dem 16. September in 28 Ländern. Erstmals ist damit die Schweiz unter den zuerst belieferten Staaten.
Der neue Chip «A10 Fusion» sei doppelt so schnell wie der im zwei Jahre alten iPhone 6. Der Speicher in der günstigsten Variante wurde von 16 auf 32 Gigabyte angehoben. Das neue Diamantschwarz-Finisch wird dabei nur in den höheren Datenspeicher-Varianten angeboten (128 GB und 256 GB).
Bei der von Apple für das iPhone 7 genannten Wasserdichte-Klasse IP67 sind Geräte vor Spritzwasser, Regen und Schnee geschützt, können unter die Dusche genommen und für bis zu 30 Minuten einen Meter tief unter Wasser gehalten werden. Schwimmen, tauchen oder schnorcheln sollte man dagegen nicht.
Nach rund eineinhalb Jahren bringt Apple zudem eine zweite Version seiner Computer-Uhr heraus. Mit der neuen Apple Watch Series 2 wird man auch schwimmen können.
Der Prozessor der Uhr ist jetzt deutlich schneller und das Display wurde heller gemacht. Ausserdem hat die Uhr jetzt ein eingebautes GPS-Modul, zum Beispiel, um ein Lauftraining auch ohne ein Smartphone aufzuzeichnen. Auch eine Internetverbidnung ist überflüssig, um sich mit der smarten Uhr zu orientieren.
Im Gaming-Bereich gelangen Apple zwei Überraschunge: Für Super-Mario-Fans gibt es das Nintendo-Spiel nun auch auf dem neuen iPhone. Die Nintendo-Aktie sprang daraufhin zeitweise um 14 Prozent hoch.
Für die neue Apple Watch spendiert das Unternehmen zudem ein Pokemon Go Feature.
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RMS

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Grosser Auftritt von Tim Cook: Gleich mehrere neue Produkte stellte der Apple-Chef am gestrigen Abend vor. Neben einem neuen iPhone und den kabellosen Kopfhörern AirPods setzt der Techgigant auf eine zweite Serie der Apple Watch: Neu im Sortiment haben die Kalifornier eine Version aus Keramik für rund 1500 Franken und eine sportliche Apple Watch Nike+. Gleichzeitig muss Apple indes eine Niederlage hinnehmen: Die Luxusvariante der Apple Watch aus Gold, die bislang für über 10'000 Franken zu haben war, wird beerdigt.

Was bedeuten diese ambivalenten Meldungen für Apples Ambitionen als Uhrenhersteller und den Zustand der Branche, die zunehmend auf intelligente Uhren setzt? Immerhin war die Unruhe am Markt nach der Vorstellung der Apple Watch im Herbst 2014 gross: Eine der drängenden Fragen war, ob Apple eine Gefahr für die Schweizer Uhrenindustrie werden würde. Bis heute hat Apple keine Verkaufszahlen veröffentlicht, im Bereich Smartwatches scheint man gemäss Branchenexperten indes an der Spitze.

Apple ist Nummer zwei in der Uhrenbranche

Fakt ist, dass die Schweizer Hersteller nur einen Bruchteil ihrer Umsätze mit Uhren erwirtschaften, die im Preissegment der gewöhnlichen Apple Watch sind. Die ist ab rund 300 Franken zu haben. Für die Branche insgesamt scheint die Bedrohung also gering. Doch am Mittwoch meldete Cook erstmals einen Wasserstand, der immerhin aufhorchen liess: Apple sei mit Blick auf den Umsatz inzwischen zur weltweiten Nummer zwei hinter Rolex aufgestiegen, sagte er.

Jean-Claude Biver, Uhren-Chef des Luxuskonzerns LVMH, bestätigt auf Anfrage den Erfolg der Kalifornier: Bereits heute sei Apple die Nummer zwei am Markt – nach gerade mal 24 Monaten und ohne zuvor jemals eine einzige Uhr gebaut oder verkauft zu haben. Zum Vergleich: Rolex macht einen jährlichen Umsatz von knapp 5 Milliarden Franken. Die zweitgrösste Schweizer Marke ist Omega mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Franken.

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«Unglaublich spektakuläre Fortschritte»

Den Aufstieg von Apple bewertet Uhrenmann Biver positiv. «Das beweist, dass ein echtes Potenzial in der Connected Watch liegt», sagt er. Zumal laut dem Experten bei intelligenten Uhren und Wearables «unglaublich spektakuläre Fortschritte» gemacht würden.

Die Produktdaten, die Apple gestern zu seiner Uhr lieferte, bestätigen diese Einordnung: Das Display der zweiten Generation leuchtet demnach doppelt so hell, der Prozessor läuft deutlich schneller und die Uhr hält einem Wasserdruck von bis zu 50 Metern stand. Die verbesserte Grafikleistung eröffnet mehr Möglichkeiten für Apps: Schon bald soll das Game «Pokémon Go» auch auf der neuen Version der Uhr zu spielen sein, ebenso das Spiel «Super Mario Run» (mehr zu den Funktionen in der Bildergalerie oben).

Luxusuhr: Apple zieht die Handbremse

Gleichzeitig sorgt der technische Fortschritt dafür, dass sich potenzielle Käufer zweimal überlegen werden, ob sie viel Geld für eine teure Uhr ausgeben, deren Technik schon bald veraltet ist. Das musste nun auch Apple spüren: Still und leise hat der Konzern die goldene Apple Watch von seiner Homepage genommen. Das Uhr aus 18-karätigem Gold startete bei 10'000 Franken – und kostete je nach Ausführung bis zu etwa 20'000 Franken.

Offenbar war jedoch die Nachfrage nach dem Luxusmodell so gering, dass Apple nun die Handbremse zog. «Kein Kunde ist bereit, viel Geld für eine goldene oder Diamant-Uhr auszugeben, wenn er weiss, dass diese Uhr nach ein paar Jahren obsolet wird», sagt Biver. Das musste nun auch Apple erkennen.

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