Der Apple-Wahnsinn kennt keine Grenzen: Nun erreichte die Aktie des US-Techgiganten ein neues Rekordhoch und lässt damit sogar die gesamte Schweizer Wirtschaftskraft hinter sich.
Mathias Ohanian
Apple: Die Börsenkapitalisierung ist höher als die Schweizer Wirtschaftsleistung. KeystoneRMS
Kennt der Apple-Wahnsinn keine Grenzen? Derzeit scheint es so. Am gestrigen Dienstag legte die Aktie des weltgrössten Konzerns um knapp zwei Prozent auf über 122 Dollar zu. Doch nicht nur dieser Wert markierte einen neuen Höchststand. Erstmals überstieg die Marktkapitalisierung des Techgiganten zum Handelsschluss die Marke von 700 Milliarden Dollar – das gelang bislang noch keinem anderen Unternehmen zuvor auf der Welt. Amerikanische Medien feiern den Schlusskurs als «Meilenstein».
Die Marktkapitalisierung spiegelt die Einschätzung von Investoren über den Wert eines Unternehmens wieder. Dabei werden alle im Umlauf befindlichen Aktien mit dem Kurswert multipliziert. Demnach ist Apple inzwischen doppelt so wertvoll wie Exxon oder Microsoft, die zu den nächst teuersten Unternehmen in den USA gehören.
Schweizer BIP bei rund 650 Milliarden Franken
Nicht nur das: Der Börsenwert von geschätzt rund 710 Milliarden Dollar (umgerechnet gut 650 Milliarden Franken) ist sogar höher als die gesamte Schweizer Wirtschaftskraft. Das Bruttoinlandprodukt dürfte nach einem Plus von rund zwei Prozent im vergangenen Jahr bei überschlagsweise 650 Milliarden Franken gelegen haben.
Der Höhenflug der Apple-Aktie folgt dabei einem aussergewöhnlich erfolgreichen Quartal: Kürzlich hatte das Unternehmen gemeldet, Ende 2014 fast 75 Millionen Stück des neuen iPhone 6 verkauft zu haben. Der Gewinn lag von Oktober bis Dezember bei 18 Milliarden Dollar. Das waren 38 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Gewinn eines Unternehmens in einem einzigen Quartal überhaupt.
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Credit Suisse: Apple-Kursziel von 130 Dollar
Auch der Barbestand kletterte auf neue Rekordhöhen. Inzwischen hat Apple 178 Milliarden Dollar oder umgerechnet 160 Milliarden Franken angehäuft, die auf Anlage warten. Damit könnten die Kalifornier sich nicht nur einheimische Riesen wie Amazon oder Intel leisten. Sie hätten auch locker genug Geld, um Schweizer Schwergewichte wie UBS, Zurich Insurance und ABB im Paket zu übernehmen.
Nach Ansicht von Analysten dürfte der Höhenflug an der Börse für Apple dabei keineswegs vorbei sein: So hob etwa die Credit Suisse das Kursziel Mitte Januar von 110 auf 130 Dollar an. Analyst Kulbinder Garcha erhöhte seine Gewinnschätzungen und begründete dies vor allem mit soliden und nachhaltigen iPhone-Verkäufen. Ein Barclays-Analyst stellte in dieser Woche sogar einen Börsenkurs von 150 Dollar in Aussicht.
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Auch 2015 wird Apple wieder viele Neuheiten vorstellen. Den Informationen eines Analysten zufolge möchten die Kalifornier das Kleinformat in die 6er-Serie zurückbringen. Das iPhone 6s Mini soll so gross sein wie das iPhone 5s (ganz links im Bild).RMSMit den neuen iPhones wird Apple natürlich auch ein neues mobiles Betriebssystem vorstellen: das iOS 9.RMSApple überarbeitet 2015 aber nicht nur seine Smartphones. Gespannt warten Fans auf die Smartwatch der Kalifornier. Die Apple Watch soll im Frühling in den Verkauf gehen. Das Äussere der Uhr ist bekannt. Über das Innenleben gibt es allerdings bis jetzt nur spärliche Informationen.RMSMit der Apple Watch kommt auch ein neues Betriebssystem. Es wird sich nicht nur durch seine Punkte-Anordnung grundsätzlich vom iOS für das iPhone und das iPad unterscheiden.RMSIn der Technologie-Szene rechnet man 2015 ebenfalls mit einem Mega-iPad. Laut «Business Insider» wird das Gerät bereits «iPad Pro» oder «iPad Plus» genannt.RMSDie nächste Neuheit: Apple wird im nächsten Jahr sein Nachfolge-Modell des iPad Air 2 vorstellen: Das iPad Air 3.RMSDas iPhone 7 könnte nächstes Jahr noch auf sich warten lassen. Mit einem komplett neuen Design wird nämlich nicht gerechnet. Das hat schon das iPhone 6 erhalten. Daher könnte erst einmal das schnellere iPhone 6S mit vielen neuen Funktionen auf dem Markt kommen. EIn Designer hat sich mal überlegt, was möglich wäre...RMSSo könnte das nächste iPhone aussehen: Designer Martin Hajek hat zwei Entwürfe gemacht – links ein Smartphone mit abgerundeten Kanten, rechts ein randloses Display. In der Mitte zum Vergleich das derzeitige iPhone 6.
Bilder: Martin Hajek, mit freundlicher Genehmigung. Kontakt: www.martinhajek.com Twitter: @deplaatjesmakerRMSDer Lautsprecher ist bei der grössten Display-Version von Martin Hajek nach oben gerückt. Er hätte unten keinen Platz mehr.RMSDas Display muss ein Loch haben, um Platz für die Home-Taste zu schaffen. Das sind natürlich nur Gedankenspielereien, die zeigen, was denkbar wäre.RMSDas iPad Mini 4 soll laut «Business Insider» im Herbst auf den Markt kommen. Was wird anders sein? Klar: Es soll schneller sein und eine bessere Kamera haben.RMSDer kalifornische Nationalpark Yosemite ist der Namensgeber für das aktuelle Mac-Betriebssystem OS X. Schon der Vorgänger Mavericks war nach einem bekannten Surf-Spot in Kalifornien benannt. Auch 2015 wird Apple ein neues Betriebssystem vorstellen. Vielleicht ist es wieder nach einer Region im US-Sonnenstaat benannt.RMSApple dürfte ein dünneres Macbook Pro präsentieren. Laut «Business Insider» wird es ähnlich wie ein Macbook Air aussehen, aber deutlich mehr Leistung haben.RMSAuch das Macbook Air dürfte ein Update erhalten und den superscharfen Retina-Bildschirm verpasst bekommen.RMSSchon in diesem Jahr hat der 27-Zoll iMac einen stark verbesserten Bildschirm erhalten. Nächstes Jahr ist der kleinere Bruder mit 21,5-Zoll an der Reihe: Auch er soll einen Retina-Display erhalten.RMSEin dringendes Update hat das Film-Kistchen Apple TV nötig. Zum letzten Mal wurde es 2012 aufgefrischt. Im nächsten Jahr ist eine Überarbeitung daher überfällig.RMSMit Homekit als Bestandteil von iOS 8 hat Apple bereits ein eigenes System für das vernetzte Zuhause vorgestellt. Über WiFi lässt sich mit dem iPhone oder iPad etwa die Heizung regulieren oder die Türe schliessen. Doch das ist erst der Anfang. Für Apples Homekit wird 2015 ein wichtiges Jahr werden.RMSIn diesem Jahr hat Apple sein System für kontaktloses Bezahlen eingeführt. In den USA ist Apple Pay mit mässigem Erfolg gestartet. Auch im neuen Jahr wird das System ausgebaut werden. Auch immer mehr Apps dürften Apple Pay berücksichtigen.RMSMit dem milliardenschweren Kauf des US-Kopfhörerherstellers Beats hat sich Apple in diesem Jahr bereit gemacht, für eine grundsätzliche Überarbeitung seines Musik- und Film-Programms iTunes. Zum einen könnte der Streaming-Dienst Beats Musik integriert werden. Zum anderen könnte das Wissen der Beats-Chefs Dr. Dre und Jimmy Iovine für die dringende Auffrischung der mittlerweile etwas in die Jahre gekommene iTunes-Software sorgen.RMS
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