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Alibaba erobert das Abendland

Alibaba ist das erfolgreichere Amazon. Und trotzdem anders. Unbemerkt gewinnt es hierzulande an Macht.

Bastian Heiniger

Alibaba Onlinehandel
Logistiker am Anschlag: Die Paketflut aus China steigt ungebrochen. Allein Alibaba lΓΆst tΓ€glich 70 Millionen Sendungen aus. Zhang chi - Imaginechina/laif
Diskreter geht es nicht. Kein Schild, keine Beschriftung, nicht einmal an der TΓΌrklingel steht der Name Alibaba. Einer der zehn wertvollsten Konzerne der Welt operiert hier fast inkognito. Direkt beim Viktualienmarkt in MΓΌnchens Zentrum hat sich der chinesische Onlinegigant in einem Coworking Space eingemietet. Mehr braucht es nicht im Internetzeitalter. WΓ€hrend auf dem Markt seit Jahrhunderten Lebensmittel feilgeboten werden, arbeitet im angrenzenden BΓΌrogebΓ€ude eine rund zehnkΓΆpfige Crew am Einkaufen der Zukunft. Sie lenkt einen Grossteil von Alibabas Business in Europa. Und das Schweiz-GeschΓ€ft. Erst im Innern, im fΓΌnften Stock, prangt am Sichtschutzglas des schlauchfΓΆrmigen BΓΌros der orangefarbene Alibaba-Schriftzug. Am TΓΌrgriff hΓ€ngt ein chinesischer Knoten. Ein Symbol fΓΌr GlΓΌck. Oder fΓΌr eine gute Reise.
Fast unbemerkt weitet Alibaba das Netz ΓΌber das Abendland aus. In einem legendΓ€ren Video aus dem GrΓΌndungsjahr 1999 hΓ€mmert GrΓΌnder Jack Ma seinen Mitstreitern ein, wie er die ΓΌber mΓ€chtigen Corporates aus dem Silicon Valley schlagen will. Ganz nach dem Vorbild der Geschichte aus Tausendundeiner Nacht, in welcher der mittellose Ali Baba 40 ΓΌbermΓ€chtige RΓ€uber ΓΌberlistet, ihnen nach und nach das im Berg versteckte Gold abnimmt und zum reichsten Kaufmann der Stadt aufsteigt.

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