Novartis verliert rund 24 Milliarden Franken an Börsenwert
Novartis-Aktien brechen am Dienstag in Zürich um 10 Prozent ein. Der Pharmariese verliert 24 Milliarden Franken Börsenwert nach einem zweiten Forschungsrückschlag innerhalb weniger Tage.
Die Papiere des Pharmariesen Novartis steuern am Dienstag gemessen am vernichteten Börsenwert auf einen historischen Tagesverlust zu. Der zweite gewichtige Forschungsrückschlag innerhalb weniger Tage lässt die Aktien des Börsenschwergewichts zeitweise um mehr als 10 Prozent einbrechen.
Die Fallhöhe ist beträchtlich. Erst am 3. September waren die Aktien bis auf ein Rekordniveau von 132,68 Franken gestiegen. Am Dienstag verlieren sie gegen 10.30 Uhr 10,2 Prozent oder 12,78 Franken auf 112,68 Franken.
Am Dienstag verlieren die Titel bis gegen 10.30 Uhr 10,2 Prozent auf 112,68 Franken. Das entspricht einem Kursverlust von 12,78 Franken je Aktie. Hochgerechnet sind damit rund 24 Milliarden Franken an Marktkapitalisierung verpufft und der Börsenwert des Pharmakonzerns auf etwa 215 Milliarden von rund 239 Milliarden Franken geschrumpft. Am frühen Dienstagnachmittag betrug das Minus noch immer rund 10 Prozent.
Gemäss einer Auswertung der Nachrichtenagentur AWP würde der heutige Einbruch die bisherigen Negativrekorde deutlich übertreffen. Bei der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB im Januar 2015 gingen gut 17 Milliarden Franken an Börsenwert verloren, beim Corona-Crash im März 2020 waren es gut 16 Milliarden. Während der Finanzkrise im Oktober 2008 lag der grösste Tagesverlust dagegen «nur» bei rund 10 Milliarden Franken.
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Herber Studienrückschlag
Grund für die Talfahrt der Novartis-Papiere ist ein Rückschlag bei einer Studie. Nachdem am Vortag bekannt wurde, dass der primäre Endpunkt für das Herzmittel Pelacarsen nicht erreicht wurde, verfehlte nun auch Del-desiran zur Behandlung der Muskelkrankheit Myotone Dystrophie Typ 1 das Hauptziel. Die bestätigte mittelfristige Umsatzguidance hilft da wenig.
Die Bank Vontobel spricht in einem ersten Kommentar von einem deutlichen Rückschlag für die Pipeline. Zwar würden die Schätzungen für die gemeinsamen Spitzenumsätze der anderen zwei von Avidity übernommenen Therapien nicht geändert. Allerdings hätten die heutigen Nachrichten das Vertrauen nicht gestärkt, so die Analysten. Zudem entfernen sie die für Del-desiran eingeplanten risiko-adjustierten Spitzenumsätze von 3 Milliarden Dollar (mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 50 Prozent) nun aus dem Modell. Das Kursziel reduzieren sie daher leicht auf 125 von 128 Franken.
Auch bei der ZKB sehen die Experten nach dem weiteren Misserfolg nun eine Belastung für das Vertrauen in die gesamt AOC-Franchise - auch wenn die anderen Programme klinisch bislang positiv verlaufen seien. Der Markt sei zudem zuversichtlich in den Des-desiran Read-out gegangen.
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Die UBS sieht die Nachricht ebenfalls negativ. Die Harbor-Studie seien die ersten Phase-III-Daten für ein von Avidity übernommenes Asset gewesen. Die UBS hatte risiko-adjustierte Spitzenumsätze von 2 Milliarden Dollar (mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 55%) in ihrem Modell berücksichtigt.