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Turbulenzen bei Schweizer Discounter

Denner ächzt im Migros-Korsett

Mit dem Abgang von CEO Torsten Friedrich herrscht Unruhe beim Discounter. Migros-CEO Mario Irminger stellt den Interimschef auf die Probe.

BIL Stehsatz / Redaktionsmitarbeiter / Erich Buergler BA 1/4rgler

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Migros-Chef Mario Irminger macht mit Tiefpreisen auf Discounter. Philippe Rossier

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Mehr als ein Jahr wartete die Migros auf Torsten Friedrich. Für CEO Mario Irminger stand fest: Der erfolgreiche langjährige Lidl-Manager ist der richtige Mann für den Chefposten bei der Discount-Tochter Denner, die mehr Filialen betreibt als die Migros.
Nach nur gut einem Jahr wirft Friedrich das Handtuch. Das Korsett des Konzerns war ihm offensichtlich zu eng. Seine Freiheiten waren eingeschränkt – der Einkauf zunehmend zentral von der Migros gesteuert. Dies, obwohl Discounter oft andere Prioritäten setzen als Supermärkte mit Vollsortiment, etwa bei den Preisen einzelner Schlüsselprodukte oder bei Entschädigungen für prominent platzierte Markenware.

872 Filialen

betreibt Denner und damit deutlich mehr als die Mutter Migros, die auf weniger als 800 kommt.
Torsten Friedrichs Ansprechpartner war indes nicht in erster Linie Mario Irminger, sondern Michel Gruber, Leiter des Departements Handel. Die zwei sind vom Typ her recht gegensätzlich. Hier der ehemalige McKinsey-Berater Gruber, der regelmässig Powerpoint-Präsentationen von den Verantwortlichen seiner Geschäftsbereiche einfordert. Auf der anderen Seite Friedrich, der Detailhändler durch und durch ist. Er wird seinen Cheflohn noch ein halbes Jahr lang erhalten.
Nun übernimmt Gruber, der von Valora zur Migros stiess, selbst die Denner-Spitze – ad interim. Wobei Migros-Insider die Chancen für gross halten, dass er den Posten nicht nur vorübergehend bekleiden wird, wenn er die Bewährungsprobe besteht. Einen Headhunter für den Posten hat die Migros jedenfalls nicht beauftragt, wie aus Unternehmenskreisen zu hören ist. Irminger, der selbst mehr als zehn Jahre Denner-Chef war, werde genau hinschauen, wie sich Gruber schlage.

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Nach Torsten Friedrich übernimmt ­Michel Gruber (Bild) den CEO-Posten.
Nach Torsten Friedrich übernimmt Michel Gruber (Bild) den CEO-Posten.PR
Nach Torsten Friedrich übernimmt ­Michel Gruber (Bild) den CEO-Posten.
Nach Torsten Friedrich übernimmt Michel Gruber (Bild) den CEO-Posten.PR
Viel Neues in Sachen Strategie gibt es aktuell nicht. Den von Friedrich eingeschlagenen Weg mit mehr frischen Produkten und der Eröffnung neuer Filialen soll er weitergehen. Gruber muss den stagnierenden Umsatz wieder ankurbeln und gleichzeitig Ruhe in die Denner-Organisation bringen. Die Stimmung dort sei gedrückt, ist zu hören. Vor Torsten Friedrichs Antritt war Denner ein Jahr lang paralysiert, weil man Weichenstellungen aufgrund der damaligen Zwischenlösung an der Spitze hinauszögerte. Dass kann sich der Discounter, der zuletzt Marktanteile an die deutsche Konkurrenz und an Coop verlor, nicht nochmals leisten.
Grubers Position in der Migros-Generaldirektion als Leiter Departement Handel ist derweil ein Auslaufmodell. Gehörten früher zu diesem Bereich Firmen wie Interio, Globus und Ex Libris, sind mittlerweile im Wesentlichen noch Denner, Migrolino und Galaxus übrig geblieben. Neu berichtet die Migros nach den Geschäftsfeldern Food-Retail, Non-Food-Retail, Gesundheit und Finanzservices. Grubers Firmen fallen in unterschiedliche Segmente, womit die alten Strukturen wohl bald Geschichte sind.

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