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«Unterschiedliche Vorstellungen»

Denner-Chef Torsten Friedrich tritt per sofort zurück

Knall bei Denner: CEO Torsten Friedrich verlässt den Schweizer Discounter. Er ist per sofort weg. Der Grund: unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Strategie.

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Er ist per sofort weg: Denner-Chef Torsten Friedrich. Philippe Rossier

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Das war nur ein kurzes Intermezzo! Nach etwas mehr als einem Jahr ist Denner-Chef Torsten Friedrich (49) bereits wieder weg. Der Deutsche tritt per Ende April als Vorsitzender der Geschäftsleitung von Denner zurück, wie der Discounter mitteilt. Er ist per sofort weg. Das tönt nach Knatsch!
In der Medienmitteilung heisst es: Hintergrund sind «unterschiedliche Vorstellungen über die Strategie und die künftige Entwicklung», schreibt die Migros-Tochter. Und weiter: «Beide Seiten sind in gegenseitigem Einvernehmen zum Schluss gekommen, dass ein Führungswechsel die beste Grundlage für die zukünftige Entwicklung von Denner schafft.»

Michel Gruber übernimmt ad interim

Für Friedrich übernimmt Verwaltungsratspräsident Michel Gruber ad interim. «Unter der Führung von Torsten Friedrich hat Denner wichtige Impulse erhalten und sein Discountprofil im Wettbewerbsumfeld weiter geschärft», sagt dieser über seinen jetzigen Vorgänger.
Und Friedrich, der sein Büro bei Denner wohl noch heute räumt, sagt: «Ich danke den Mitarbeitenden von Denner für ihr grosses Engagement. Denner ist ein starkes Unternehmen mit klarem Discountprofil und einer loyalen Kundschaft.» Für ihn sei nun der richtige Zeitpunkt, beruflich einen neuen Weg einzuschlagen.

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2025 nur ein Mini-Wachstum

Ist Friedrich über die Zahlen gestolpert? Der Discounter hat 2025 3,9 Milliarden Franken umgesetzt – und ist nur um mickrige 0,13 Prozent gewachsen. Friedrich gab sich Ende Januar selbstkritisch. «Wir sind noch nicht dort, wo wir sein wollen. Unser Ziel ist es, das Filialnetz mittelfristig auf 1000 Standorte auszubauen und einen Marktanteil von 10 Prozent zu festigen», sagte er. Denner hat derzeit einen Marktanteil von 9,1 Prozent.
Oder wollte Friedrich mehr Freiheiten? Klar ist: Die Migros hat bei der Discounter-Tochter die Zügel enger geschnallt. Der Einkauf läuft zentralisiert über den orangen Riesen. Und liefert sich die Migros einen Preiskampf mit grossen Marken, muss auch Denner die Produkte aus dem Sortiment werfen. Heisst: Der Denner-Chef hat nicht mehr so viel zu sagen wie früher.
Torsten Friedrich hat vor seinem Amtsantritt bei Denner am 1. Januar 2025 sein ganzes Berufsleben bei Lidl verbracht hat, zuletzt als Länderchef Schweiz.

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Patrik Berger
Patrik Berger, Redaktor Wirtschafts-Desk RMS
Michael Hotz
Michael Hotz
Michael Hotz ist Ressortleiter bei Ringier Medien Schweiz

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