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Lausanner Milliarden-Startup MindMaze peilt Börse an

Tej Tadi hat das wertvollste Schweizer Startup aufgebaut: Mit Hilfe von Virtual und Augmented Reality will Mindmaze Schlaganfallpatienten behandeln. Jetzt strebt die Milliardenfirma an die Börse.

Marc Kowalsky

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Tej Tadi: «Wir planen einen Börsengang an der Technologiebörse Nasdaq.»Gian-Marco Castelberg RMS

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MindMaze, das derzeit wertvollste Schweizer Startup mit einer Bewertung von über eine Milliarde Dollar, will an die Börse: «Wir planen einen Börsengang an der Technologiebörse Nasdaq etwa in drei bis fünf Jahren», sagt Firmengründer Tej Tadi* im «Bilanz»-Interview.
Der gebürtige Inder hat die Firma, die mit Hard- und Software für Virtual Reality und Augmented Reality Schlaganfallpatienten zu behandeln hilft, 2011 in Lausanne gegründet. Er ist weiterhin Hauptaktionär: «Ich habe die Stimmenmehrheit und einen Kapitalanteil jenseits der 40 Prozent. Die Entscheidungen treffe ich», sagt Tedi.
Für das laufende Jahr peilt MindMaze einen Umsatz von 10 bis 15 Millionen Franken an. Die Gewinnschwelle soll im Kerngeschäft Ende 2018 erreicht werden.
*Tej Tadi (35), geboren im indischen Hyderabad, kam 2004 für eine Doktorarbeit nach Lausanne. Seit 2011 baut er dort die Firma MindMaze auf. Bei einer Finanzierungsrunde Anfang 2016 wurde das Startup mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet. Damit ist MindMaze das erste Schweizer Einhorn der jüngeren Geschichte. Für 2017 peilt die Firma einen Umsatz von 10 bis 15 Millionen Franken an. Elmar Schnee, einstiger Chef von Merck Serono, ist COO, Logitech-Gründer Daniel Borel amtet als Advisor. Tadi hält mehr als 40 Prozent.

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Lesen Sie in der neuen «Bilanz»: Er hat das wertvollste Schweizer Start-up aufgebaut: Tej Tadi über seine Milliardenfirma und die Schwierigkeiten von Jungunternehmern in der Schweiz. Ab Freitag - im aufgefrischten Design, mit neuen Rubriken und erneuerter Blattstruktur - am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.
Die zehn wertvollsten Startups der Welt sehen Sie in der Bildergalerie:
Die zehn wertvollsten Startups in Milliarden US-Dollar: Rang 10 belegt SpaceX das 12 Milliarden US-Dollar schwere Startup von Tech-Übervater Elon Musk wurde 2002 in den USA gegründet. Zweck: Den Menschen die Kolonisation des Mars zu ermöglichen
*Wert laut wsj.com, Stand Juli 2016.
Aus Indien stammt Rang 9: Flipkart mit 15 Milliarden US-Dollar. Gegründet 2007 in Indien von Binny und Achin Bansal, ist das Startup zum umsatzstärksten E-Commerce-Händler in Indien avanciert und kaufte vor kurzem Rocket Internets Online-Fashion-Shop Jabong für 70 Mio. Dollar.
Auf Rang 8 befindet sich Wework mit 16 Milliarden US-Dollar Bewertung. Gegründet wurde das Coworking-Space mit Community-Feeling und Bier-Flatrate 2010 in New York.... CEO und Gründer ist Adam Neumann.
Auch Rang 7 der wertvollsten Unicorns vertreib kein Produkt, sondern einen Dienst: Messaging-Dienst und Millenialsliebling Snapchat. 16 Milliarden US-Dollar Wert wird dem 2011 in den USA gegründeten Startup von Evan Spiegel zugeschrieben. Dieser verlobte sich vor Kurzem mit dem Ex-Victoria's Secret Model Miranda Kerr.
Unter dem neuen Namen «China Internet Plus Holding Ltd.» rangieren auf Platz 6 die im Oktober 2015 fusionierten Meituan.com und Dianping Holdings Ltd. 18,3 Milliarden US-Dollar ist das Konglomerat nun schwer. Es wird als chinesischer Groupon-Konkurrent bezeichnet. Der aktuelle CEO heisst Wang Xing.
Den fünften Rand sichert sich High-Tech-Unicorn Palantir mit einer 20 Milliarden Bewertung. Gegründet wurde es im Jahr 2004 in den USA von Alexander Karp und hat seinen Stammsitz in Palo Alto. Das Software-Unternehmen gilt als sehr verschwiegen. Man nimmt an, dass es Organisaionen, Regierungen und Geheimdiensten dabei hilft, riesige Datenmengen z. B. nach Terroristen zu durchforsten.
Auf dem vierten Platz landet die Vermittlungsplattform für (Ferien-)Wohnungen Airbnb. Aktuell liegt die Bewertung laut Bloomberg bei 30 Milliarden Dollar. Gegründet wurde das Sharing-Economy-Startup 2008 von Brian Chesky in San Francisco.
Aufs Treppchen und auf Rang drei schafft es Didi Chuxing, ein chinesisches Startup aus Peking mit einer Bloomberg-Bewertung von 35 Milliarden Dollar. Das Startup ist ein Zusammenschluss der zwei Taxi-Onlinevermittler Didi Dache und Kuaidi Dache, die sich im Februar zusammentaten, und nun Konkurrent Uber aus dem Chinamarkt verdängt haben.
Rang 2 geht an den chinesischen Handy-Hersteller Xiaomi. Die Bewertung des umsatzstärksten Smartphone-Herstellers Chinas liegt bei 46 Milliarden Dollar. Gegründet wurde der Konkurrent von Huawei 2010 in China von Jun Lei. Das Startup wird auch als das «Apple Chinas» bezeichnet.
Spitzenreiten trotz Niederlage in China (siehe Platz vier) ist und bleibt Uber. Sage und schreibe 68 Milliarden Dollar soll die Bewertung lauten – für einen Fahrdienstvermittler, der den Taximarkt global aufmischen will. Gegründet wurde das Unicorn im Jahr 2009 von Travis Kalanick in San Francisco. Es zählt zu den Vorreitern des Sharing-Economy-Gedankens.
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RMS
Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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