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WEF

Der starke Mann Larry Fink spielt auf Zeit

Der Stiftungsrat will sich bei der Nachfolgesuche fürs Präsidium Zeit lassen. Das passt ins Kalkül von Co-Prä­sident Larry Fink.

Dirk Schütz

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An der Macht – Aber wie lange noch? Das aktuelle WEF-Führungstrio Larry Fink (l.), André Hoffmann (o.), Alois Zwinggi. Keystone, AFP / BILANZ-Collage

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Das Spektakel blieb aus: Nach den Turbulenzen des letzten Jahres verlief die vierteljährliche Stiftungsratssitzung des WEF am 12. Mai reibungslos. Die beiden Co-Chairmen, Blackrock-Lenker Larry Fink und Roche-Erbe André Hoffmann, berichteten den anderen 26 Mitgliedern, zugeschaltet per Video, dass die geplante Statutenänderung auf gutem Weg sei. Die grossen Nachfolgefragen wurden ausgeklammert: Wie lange will dass Führungsduo, das Ende Februar den Interims-Status gestrichen hatte, noch an der Spitze bleiben? Und wer folgt auf den operativen Interims-Chef Alois Zwinggi?

28 Mitglieder

zählt das Board of Trustees des WEF. Die Leitung liegt beim sechsköpfigen Governing Board.
Der Aufschub passt bestens in das Kalkül von Fink. Die Berater von Egon Zehnder haben das Mandat für die Nachfolgesuche für Zwinggi und die Überprüfung der Governance-Struktur erhalten – einen Search für die Chairman-Position gibt es nicht. Dass der erfahrene Zwinggi in der Zentrale in Genf viel Zuspruch erhält, senkt jedoch den Druck bei der Suche seiner Nachfolge. Derzeit gelten noch die Statuten von 2015, die Umbauplanung läuft seit zwei Jahren und wurde nach dem Rücktritt des Gründers Klaus Schwab forciert. Das Ziel: eine Verkleinerung des Gremiums, dazu die Schaffung von mehreren Ausschüssen, unter anderem eines Nomination Commitee für die Chairman-Suche. Die Anpassung kann jedoch nicht komplett ohne Abstimmung mit dem Stifter Schwab passieren – ganz reibungslos wird es also nicht.

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Das Problem: Die erste Nachfolgekandidatin Christine Lagarde wird sich kaum einem langwierigen Auswahlprozess stellen. Das Rennen um ihre Nachfolge an der EZB-Spitze hat begonnen, als Favorit gilt der Spanier Pablo Hernández de Cos, derzeit Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ ) in Basel. Die Entscheidung falle «eher früher als später», betont der Londoner Thinktank OMFIF – wohl noch vor der Sommerpause. Dann würde die Französin spätestens an der Stiftungsratssitzung Ende August, dem einzigen physischen Treffen in Genf, Klarheit fordern.
Und das führt zu der Frage: Was will Fink? Das grosse Prestige des WEF-Spitzenjobs geniesst der 73-Jährige, und er soll intern schon signalisiert haben, dass er den CEO-Posten bei Blackrock nächstes Jahr abgibt. Doch das ändert nichts an seinem grossen Interessenkonflikt: Er bleibt Chairman des weltgrössten Vermögensverwalters, der riesige Summen an Staatsgeldern managt. Vor Kurzem lud das WEF zu einer lokalen Konferenz in Istanbul, Fink posierte stolz mit Präsident Erdoğan. Reuters meldete, dass die türkische Zentralbank und hochrangige türkische Offizielle mit Blackrock in Kontakt stünden und Finks Leute ihr Exposure in türkischen Aktien erhöht hätten. Auch beim Trump-Besuch beim chinesischen Präsidenten Xi Jinping Mitte Mai war Fink dabei, Blackrock arbeitet auch für den chinesischen Staatsfonds. Da öffnet das WEF-Präsidium viele Türen – und Trump würde es kaum goutieren, wenn Fink die Macht beim WEF so schnell wieder aus den Händen gäbe.

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