Er war ein Mann mit Widersprüchen: Von seinen Managern verlangte er bedingungslosen Einsatz, seine Rüffel waren berüchtigt. Auch sein Misstrauen war legendär, kaum jemandem traute er über den Weg. Seiner Ehefrau Christine hingegen, die er im Alter von 52 Jahren heiratete, schrieb er über dreissig Jahre lang handschriftliche Gedichte.
Der Hobbydichter und Vollblutunternehmer brachte es auf ein geschätztes Vermögen von 21 Milliarden Franken, was ihn zum sechstreichsten Bewohner der Schweiz und zum zweitreichsten Deutschlands machte. Er selbst war ein Sparfuchs, flog am liebsten Holzklasse und kaufte den Mercedes vom Occasionshändler. Wer mit ihm Interviews führte, wurde mit einem Glas Wasser bei Laune gehalten. Als Mäzen war er dagegen grosszügig, wollte seiner Hamburger Heimat für Millionen eine neue Oper schenken, investierte rund 100 Millionen Euro in den Fussballclub Hamburger SV und bedachte auch die Oper Zürich und das Lucerne Festival mit viel Geld. Und auch hier der Widerspruch: Hahnenwasser und Millionenspenden.