Stéphane Barbier-Mueller ist ein Unternehmer, der mit Passion am Hier und Heute teilnimmt. In Zeitungen und Zeitschriften äussert er sich pointiert zu Kunst, Politik und zum Immobilienmarkt. Auch im Digitalen ist er präsent: Auf Facebook postet er Kommentare und Bilder aus einem umtriebigen Leben. Auf Instagram publizierte er bislang 1005 Kommentare, auf Linkedin äussert er sich zum Angriff auf den Iran und geisselt die «widerliche Heuchelei» der Amerikaner. Klare Kante ist ihm nicht fremd, dem Mann aus Genf, der seit Jahrzehnten den Immobilienmarkt im Welschland prägt.
Sensibler reagiert der 68-Jährige, wenn Medien ihn im Kontext des Raiffeisen-Prozesses und des früheren Spitzenbankers Pierin Vincenz erwähnen. Dann sieht er rot und schickt seine Anwaltstruppe los. Es gehe ihm, sagt er, um seine Ehre und um deren Wiederherstellung. Barbier-Mueller war einer der fünf Beschuldigten, die am Bezirksgericht Zürich neben Pierin Vincenz und Beat Stocker vor den Richtern standen. 2022 sprach ihn das Gericht erstinstanzlich der aktiven Privatbestechung und der Gehilfenschaft zur qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung für schuldig. Es ging um seine Rolle beim Verkauf der Firma Genève Credit & Leasing (GCL), an der er – wie Pierin Vincenz und Beat Stocker – beteiligt war. Die Hauptbeschuldigten Vincenz und Stocker sollen bei der Transaktion klandestin tüchtig abkassiert haben. Die Urteile im Raiffeisen-Fall sind nicht rechtskräftig; nun liegt die Causa beim Zürcher Obergericht. Es gilt für alle Involvierten die Unschuldsvermutung.