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Weniger Swissness im Management

Julius Bär setzt auf internationale Chefs

Bei der Schweizer Traditionsbank sind viele Neubesetzungen Angelsachsen. Die Swissness in wichtigen Funktionen nimmt ab.

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Der Schweizer CEO Stefan ­Bollinger und die Bär-Topshots Peter Burrill, Cindy Leggett-Flynn und Noel Quinn (v. l.).
Der Schweizer CEO Stefan ­Bollinger und die Bär-Topshots Peter Burrill, Cindy Leggett-Flynn und Noel Quinn (v. l.).PR, Dukas / Montage

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Es war eine Überraschung in der Branche: Jan Vonder Mühll, 17 Jahre lang bei Julius Bär für Media Relations und Kommunikation zuständig, teilte mit, dass er die Bank verlasse. Zuvor war schon seine Chefin Larissa Alghisi ausgetreten – die Schweizerin war durch die Amerikanerin Cindy Leggett-Flynn ersetzt worden. Auch der jüngste Zugang in der Geschäftsleitung ist Angelsachse: Der US-Brite Peter Burrill, der im August als Finanzchef antrat, war zuletzt während neun Jahren für Standard Chartered in London tätig. Die Schweizer in der Geschäftsleitung sind heute in der Minderheit (siehe Tabelle).
Chairman der Bank ist ebenfalls ein Angelsachse: Der Brite Noel Quinn trat 2025 die Nachfolge von Romeo Lacher an der Spitze des Verwaltungsrats an. Er wohnt nicht in der Schweiz, sondern pendelt von England aus. Die Führung ist stark von CEO Stefan Bollinger geprägt, der selber zwar Schweizer ist, den Grossteil seiner Karriere aber in Diensten der US-Bank Goldman Sachs verbrachte. Man weiss, dass er sich gerne mit internationalen Cracks umgibt und von vielen Schweizer Bankern wenig hält. Dass ein Schweizer Pass in der Tat kein Garant für Erfolg ist, hat seine eigene Bank erfahren, die unter Lacher und CEO Philipp Rickenbacher in die Benko-Falle tappte. Dennoch ist es für eine Schweizer Bank wichtig, eine gehörige Portion Swissness zu verkörpern, denn darauf stützt sich das Marketing.

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Als Schweizer Bank, die international tätig sei, verkörpere man Schweizer Qualitäten wie Sicherheit, Stabilität und Exzellenz. Um dieses Versprechen zu erfüllen, brauche Julius Bär «sowohl die besten Schweizer Talente als auch hoch qualifizierte internationale Fachkräfte», lässt Bollinger ausrichten. Er betont: «Die Hälfte unserer Mitarbeitenden ist in der Schweiz angesiedelt.» Die Medienstelle weist darauf hin, dass sich der Anteil der Belegschaft in der Schweiz unter Bollinger sogar noch erhöht habe – um 2,5 Prozent. Die starke Bedeutung, die der Schweiz beigemessen werde, zeige sich auch in den angekündigten Ausbauplänen in Zürich-Altstetten, aber auch in der gezielten Förderung von jungen Schweizer Talenten.

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