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Investition mit Biss: Jacobs übernimmt Swiss Smile

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Golnar und Haleh Abivardi: Sie profitierten vom Verkauf von Swiss Smile. Facebook

50 Millionen zahlt Familie Jacobs für Swiss Smile an die Abivardi-Schwestern. Für die Beteiligungs­gesellschaft EQT geht die Rechnung hingegen nicht auf.

Von Marc Kowalsky
2017-06-27

Am grossen Deal war die Jacobs Holding letzten Herbst vorbeigerauscht: Beim Bieterwettbewerb um Pilsner Urquell, Peroni und diverse osteuropäische Biermarken von SABMiller wurde man von der japanischen Asahi geschlagen. Seit Anfang Jahr aber haben die Co-Präsidenten Philippe und Nico Jacobs gleich dreimal hintereinander zugebissen: Zuerst übernahmen sie die schwedische Zahnarztgruppe Colosseum Smile Group, dann ihr englisches Gegenstück Southern Dental.

Und nun die elf Filialen von Swiss Smile der Schwestern Golnar und Haleh Abivardi. Während die Gebrüder Jacobs für die englische und die skandinavische Kette zusammen 200 Millionen Franken investierten, sind es für die Mehrheit an Swiss Smile 50 Millionen. 51 Prozent der Summe erhalten die zwei Schwestern, den Rest die schwedische ­Beteiligungsgesellschaft EQT der Familie Wallenberg. Für sie hat sich die Transaktion nicht gelohnt. EQT hatte 2013 den beiden Schwestern für ihren 49-Prozent-­Anteil an Swiss Smile satte 44 Millionen Franken gezahlt.

143 Kliniken in der Schweiz

Zusammen haben die drei Ketten 143 Kliniken mit rund 650 Zahnärzten in der Schweiz, England, Schweden, Norwegen und Dänemark. Der Umsatz liegt bei rund 230 Millionen Franken. «Es sind weitere Akquisitionen in dem Bereich in der Pipeline», verspricht Andreas Jacobs, Halbbruder von Nico und Philippe. Ziel sei es, «eine Zahnarztgruppe in ­Europa zu etablieren, die später ­einmal gut eine Milliarde Umsatz macht».

CEO der aus Zürich geführten Gruppe wird Tomas Aubell, bisher Chief Investment Officer der Jacobs Holding. Die Abivardis haben sich mit dem Verkaufserlös selber an der Gruppe beteiligt. «Sie bleiben weiterhin sehr aktiv involviert, screenen neue Praxen und sprechen über Marketingmassnahmen. Das ist eine Ressource, die man nutzen möchte», sagt Franz Maier, der auch künftig Chef des Schweizer Geschäftes ist.

Gastronomiepläne hinken

Mit dem Kauf der Zahnarztketten haben die Jacobs nun ein Zehntel jenes Betrages reinvestiert, den sie 2014 für den Verkauf ihrer 17,6-Prozent-Beteiligung an der Zeitarbeitsfirma Adecco lösten. Weiterhin nicht in die Gänge kommen hingegen die Gastronomiepläne von Nico Jacobs. 2015 kündigte er an, mit seiner CIP Management 250 Restaurants in Europa zu eröffnen; mittelfristig sollten es sogar zwischen 500 und 600 werden.

Tatsächlich gibt es die Burger-Kette B.good heute nur an vier Standorten in Basel und Zürich, das Pizzarestaurant Stripped gar nur einmal in Zürich. Auch bei der Salatbar Beetnut ist es bei einem Pilot-Restaurant in Zürich geblieben. Für Beetnut ist derzeit eine Stelle als General Manager ausgeschrieben mit «eigenständiger Verantwortung für die operative Umsetzung und Entwicklung». Der für dieses Jahr angepeilte Börsengang der CIP Management ist damit illusorisch.

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