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Helvetia und Nationale Suisse: Der Mega-Deal

Helvetia will die Basler Konkurrentin Nationale Suisse schlucken.   Keystone

Zwischen Helvetia und der Basler Konkurrentin Nationale Suisse zeichnet sich ein Milliarden-Deal ab. Ziel sei es, die klare Nummer drei im Schweizer Versicherungsmarkt zu werden.

Veröffentlicht 07.07.2014

Um zur «klaren Nummer 3» im Schweizer Versicherungsmarkt zu werden, will die Versicherungsgesellschaft Helvetia die Basler Konkurrentin Nationale Suisse schlucken. Sie lanciert dazu ein Kauf- und Tauschangebot, das die Nationale mit 1,8 Milliarden Franken bewertet, hiess es am Montag. Eigenen Angaben zufolge kommen Helvetia und Nationale zusammen auf einen Marktanteil von zwölf Prozent.

Mit den rund zwei Prozent Marktanteil von Nationale könnte Helvetia damit ihre Konkurrenten Baloise, Zurich, Allianz und Mobiliar distanzieren, die auf sieben bis neun Prozent kommen. An der Spitze stehen Swiss Life mit 18 Prozent und Axa Winterthur mit 28 Prozent.

Für Helvetia wäre es nicht der erste Zukauf in diesem Jahr - wenn auch weitaus der grösste. Bereits Mitte Mai übernahm Helvetia für 160 Millionen Franken die österreichische Tochter der Baloise und stärkte damit seine Position im Versicherungsgeschäft des Nachbarlandes.

Der Zusammenschluss solle zu einer «starken» Versicherungsgruppe führen, die rund neun Milliarden Franken Prämien einnehmen und ein Gewinnpotenzial von über 500 Millionen Franken haben soll. Im Schweizer Markt allein erreiche das Prämienvolumen der neuen Gruppe rund fünf Milliarden Franken.

Stellenabbau noch unklar

Angepeilt werden durch den Zusammenschluss mit Nationale Suisse Kosteneinsparungen in der Grössenordnung von 100 bis 120 Millionen Franken pro Jahr. Die einmaligen Restrukturierungskosten werden auf 150 bis 180 Millionen Franken veranschlagt.

Beschäftigen soll die neue Gruppe rund 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Umfang des Stellenabbaus gab es keine genauen Angaben, da die Zusammenführung erst vorbereitet werde, wie ein Sprecher erläuterte. Während zwei bis drei Jahren sollen viele Stellen von ausscheidenden Mitarbeitenden nicht nachbesetzt werden.

Die Führung der neuen Gruppe soll aus Personen beider Gesellschaften gebildet werden. Verwaltungsratspräsident soll Erich Walser bleiben und Stefan Loacker wird die erweiterte Helvetia-Gruppe weiterhin als CEO leiten. Nationale-Chef Hans Künzle soll zum zweiten Vizepräsidenten des Verwaltungsrats gewählt werden.

Milliarden-Deal zeichnet sich ab

Helvetia will für die Übernahme tief in die Tasche greifen: Pro Nationale-Suisse-Aktie sollen die Aktionäre einen Gegenwert von 80 Franken erhalten. Insgesamt wird Nationale mit 1,8 Milliarden Franken bewertet. Vom Kaufangebot ausgenommen ist allerdings der Anteil von 18,7 Prozent, welche die Helvetia und Patria Genossenschaft bereits hält.

Die Barzahlung im Rahmen des Kaufangebotes von total 931 Millionen Franekn ist laut Helvetia durch ein Überbrückungsdarlehen sichergestellt, welches nach Abschluss der Transaktion über den Kapitalmarkt mit Anleihen refinanziert werden soll.

Die neue Versicherung wird unter der Marke Helvetia auftreten. Helvetia mit Stammsitz in St. Gallen hatte sich in den 1990er-Jahren bereits mit der Basler Versicherungsgesellschaft Patria zusammengeschlossen und deren Marke später verschwinden lassen.

Spekulationen halten sich seit einiger Zeit

Der Verwaltungsrat von Nationale Suisse empfiehlt den Aktionären der Versicherungsgesellschaft, das Helvetia-Angebot anzunehmen, wie es weiter hiess. Auch die Kernaktionäre von Helvetia, also die Patria Genossenschaft, Raiffeisen und Vontobel, unterstützten das Angebot.

Noch nicht zum Übernahmeangebot geäussert haben sich die Nationale-Grossaktionäre Mobiliar und Baloise. Bei der Berner Versicherungsgruppe, die 19,2 Prozent hält und bislang grösste Nationale-Aktionärin ist, war zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Baloise nimmt das Angebot zur Kenntnis und will es prüfen, wie Sprecher Dominik Müller auf Anfrage der sda sagte.

Spekulationen über eine Übernahme der Nationale Suisse halten sich seit einiger Zeit. Da neben Helvetia auch die Mobiliar und die Baloise ihre Beteiligung in den vergangenen Monaten aufgestockt haben, machten Gerüchte über einen Übernahmekampf die Runde.

(sda/ccr)

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