Wer in Baar vor dem neuen Ferrari-Standort von Kessel Auto hält, betritt keinen gewöhnlichen Showroom. Auf sieben Etagen verbindet das Gebäude Neuwagenpräsentation, Werkstatt, Kundendienst und eine Sammlerwelt. Der zentrale Ausstellungsraum ist vom Motiv der italienischen Piazza inspiriert und dient als dynamischer Treffpunkt. Bei der Umsetzung gab es sehr klare Vorgaben von Ferrari, und das Konzept wurde direkt von den Designern aus Maranello entwickelt. «Die ‹Piazza› soll den traditionellen italienischen Dorfplatz darstellen – einen Ort, der Menschen und Kunden ins Zentrum des Erlebnisses rückt», sagt Ronnie Kessel.
Auch bei der Übergabe eines neuen Ferrari steht deshalb nicht der administrative Vorgang im Vordergrund, sondern die persönliche Begegnung mit der Marke. Die Motorsportgeschichte bleibt dabei in allen Bereichen präsent. Kundendienstbüros grenzen direkt an die Werkstatt, während im Obergeschoss ausgewählte Fahrzeuge aus dem Ferrari-Approved-Programm ausgestellt sind. Der Standort richtet sich nicht nur an Käufer aktueller Modelle, sondern auch an etablierte Sammler und leidenschaftliche Ferrari-Enthusiasten. Baar ist dafür der perfekte Standort: international geprägt, wirtschaftlich stark und mit einer Kundschaft, die höchste Ansprüche an Fahrzeuge, individuelle Beratung und erstklassigen Service stellt.
Der neue GT aus Maranello
Zum aktuellen Modellprogramm gehört auch der Ferrari Amalfi, der im Sommer 2025 seine Weltpremiere feierte und den Roma ablöst. Das Front-Mittelmotor-Coupé verfügt über einen weiterentwickelten V8-Biturbo mit beeindruckenden 640 PS. Ferrari gibt für den Sprint von null auf 100 km/h lediglich 3,3 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h an. Über den Manettino-Schalter (auch bekannt als Schumacher-Schalter, da der siebenfache Formel-1-Weltmeister massgeblich an seiner Entwicklung beteiligt war) am Lenkrad lässt sich die Fahrdynamik des Fahrzeugs sekundenschnell an unterschiedliche Situationen anpassen. Obwohl der Amalfi als Einstiegsmodell der aktuellen Ferrari-Palette positioniert ist, bleibt er ein exklusives Automobil. Ein Startpreis von rund 240 000 Franken zeigt, wie «relativ» dieser Begriff in Maranello ist. Das Modell richtet sich an Kunden, die den Wagen als echten Gran Turismo nutzen wollen: für den Alltag, für Reisen und für jene Momente, in denen aus komfortabler Fortbewegung sportliches Fahren wird. «Der Amalfi wird als vielseitiger Allrounder wahrgenommen, der den Komfort eines Grand Tourers mit der Performance verbindet, die unsere Kundschaft erwartet», erklärt Ronnie Kessel. Das Coupé führt eine Designtradition fort, die bei Ferrari bereits mit Modellen wie California und eben Roma verbunden war. Seine Anleihen an die eleganten Gran Turismo der 1950er- und 1960er-Jahre treffen bei seiner Veröffentlichung auf modernste Aerodynamik.
Zwischen Massarbeit und Tradition
Der Amalfi verbindet Alltagstauglichkeit mit purer Ferrari-Dynamik – ein Spagat, den das Kessel-Team perfekt inszeniert. Einen zentralen Baustein im neuen Gebäude bildet das «Atelier». In diesem hochmodernen Konfigurationsbereich macht das Team aus Neuwagen individuelle Einzelstücke. «Die Kunden suchen nach immer höherer Individualisierung», erklärt der Inhaber. Besonders gefragt sind exklusive «Paint-to-Sample»-Lackierungen sowie massgeschneiderte Interieurmaterialien und besondere Lederverarbeitungen. «Man sieht das Auto und weiss sofort, wem es gehört. Das schafft eine persönliche Verbindung und lässt Träume greifbar werden.» Für Kessel erzählt jedes Detail eine Geschichte. Seine Bindung zur Marke reicht tief zurück: «Mein Vater ist jahrelang für Ferrari Rennen gefahren, und ich durfte an seiner Seite aufwachsen. Das ist keine blosse Marke für mich, das ist Familie.» Diese Motorsport-DNA prägt den gesamten Standort in Baar: Ziel ist kein reiner Autoverkauf, sondern das Schaffen einer echten Gemeinschaft für Gleichgesinnte. Neben Neuwagen und Konfiguration nimmt das Erbe der Marke einen breiten Raum im siebenstöckigen Komplex ein. Das erwähnte Ferrari-Approved-Programm garantiert mit strengen Kontrollen, dass auch zertifizierte Fahrzeuge aus Vorbesitz höchsten Qualitätsstandards entsprechen. Für Sammler stehen zudem spezialisierte Dienstleistungen wie Einlagerung, Werterhalt und die Betreuung historischer Renn- und Strassensportwagen bereit. Ergänzt wird dieses Angebot durch regelmässige Events, die den Standort zu einem lebendigen Treffpunkt der Ferrari-Szene machen. Diese Leidenschaft spürt man in jedem Winkel des Gebäudes, vom Werkstattbereich bis zur obersten Etage. Sie macht den Besuch in Baar zu weit mehr als einem gewöhnlichen Autokauf. Hier wird der Mythos Maranello für jeden Besucher Tag für Tag greifbar und lebendig gehalten.
Gleichzeitig steht Ferrari weltweit vor der Aufgabe, Tradition und Zukunft miteinander zu verbinden. Während der Amalfi den hochemotionalen V8-Verbrennungsmotor feiert, bereitet Maranello mit neuen Antriebskonzepten das nächste Kapitel vor. Mit Modellen wie dem vollelektrischen Luce treffen im Markenbild unterschiedliche Vorstellungen von Leistung, Luxus und Nachhaltigkeit aufeinander. Der Standort in Baar ist technisch genau darauf vorbereitet: Neben klassischen Werkstätten sorgen spezialisierte Arbeitsplätze für Hochvoltsysteme dafür, dass die Faszination Ferrari auch im elektrischen Zeitalter kompromisslos erlebbar bleibt. Damit baut Kessel Auto die Brücke zwischen der Historie der Marke und den Ansprüchen einer neuen Generation von Autoliebhabern. Der Standort zeigt, dass Fortschritt und emotionale Faszination bei Ferrari keineswegs im Widerspruch stehen. Sihlbrugg bleibt so auch in Zukunft ein Anlaufpunkt für alle, die den Mythos Maranello hautnah erleben wollen.