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Barry Callebaut setzt neue Prioritäten

Der Zürcher Schokoladen-Gigant steckt in der Krise fest

Sinkender Absatz, explodierende Schulden, miese Aktien-Performance: Der Schokoladenriese Barry Callebaut kommt nicht auf Touren. Präsident Patrick De Maeseneire ist gefordert.

Marc Kowalsky

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Patrick De Maeseneire: «Wenn es eine Sache gibt, die Investoren und Analysten nicht mögen, dann ist es Unvorhersehbarkeit.» Vera Hartmann für BILANZ

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In den Wochen vor Ostern waren sie wieder allerorten zu sehen. In den neun Filialen der Confiserie Hotz im Grossraum Zürich zum Beispiel, in den sieben Ladengeschäften der Confiserie Speck in und um Zug, selbst in Edelkonditoreien an Zürichs besten Lagen, deren Besitzer aber darüber nicht reden wollen: die Osterhasen in allen Grössen, Farben und Formen, allesamt gemacht aus Schokolade von Barry Callebaut. Es ist die alljährliche Leistungsshow des grössten Schokoladenherstellers der Welt, von der jedoch kaum jemand Notiz nimmt, weil Barry Callebaut dezent im Hintergrund bleibt. Auch die Schokolade auf der Magnum-Glace von Unilever, im KitKat-Riegel von Nestlé oder im Oreo-Guetzli von Mondelez stammt von der Zürcher Firma, die kaum jemand kennt, die aber Hunderte Millionen von Menschen verzückt.
Alles andere als verzückt sind hingegen die Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden von Barry Callebaut, und das seit Jahren. Denn die Firma kommt nicht aus der Krise: Absatz und Gewinne sinken, dafür explodieren die Schulden, gerade musste mal wieder der CEO gehen, der Aktienkurs ist ein Trauerspiel. Nur Shortseller haben Freude an den Papieren des Schokoladengiganten. Dass Nicolas Jacobs, Vize-VR-Präsident und Vertreter des grössten Aktionärs, Jacobs Capital, kürzlich seine private Beteiligung an der Firma abstiess, hat der Wahrnehmung auch nicht geholfen.

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Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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