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Börse

Dominanz: US-Investoren kapern den SMI

Amerikanische Investoren haben ihre Dominanz auf dem Schweizer Aktienmarkt deutlich ausgebaut. 
An acht Schweizer Blue Chips halten institutionelle ­Anleger aus den USA inzwischen mehr als 50 Prozent.

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Amerikanische Investoren haben ihre Dominanz auf dem Schweizer Aktienmarkt deutlich ausgebaut. So hoch sind die US-Investments bei den Schweizer SMI-Firmen:SwisscomAnteil USA 2017: 11,1 ProzentDifferenz zu 2016: 0 ProzentUS-Investments: 2,8 Milliarden Franken RMS

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Die BlackRocks und die Vanguards dieser Welt geben an der Schweizer Börse traditionell den Ton an. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Dominanz der US-Grossinvestoren auf dem hiesigen Kapitalmarkt indessen noch einmal deutlich verstärkt. Waren am 25. September 2016 genau 42,2 Prozent der SMI-Aktien im Besitz US-amerikanischer institutioneller Anleger, sind es jetzt bereits 44,1 Prozent.
Bei acht von zwanzig SMI-Konzernen haben mittlerweile mehr als 50 Prozent der Anteilseigner ihren Sitz in den USA. Vor zwölf Monaten war dies nur bei vier Blue Chips der Fall. Die 50-Prozent-Marke haben US-Investoren bei Firmen wie Sika, Richemont, Zurich Insurance, Lonza und Nestlé geknackt (siehe Bildergalerie oben). Die Investoren sind breit gestreut, einige fallen jedoch auf. Der weltgrösste Geldmanager, BlackRock, spielt nicht zuletzt aufgrund des Booms der passiven ETFs bei allen SMI-Konzernen ganz vorne mit.

66,8 Prozent bei Julius Bär

Spitzenreiter im US-Ranking ist Julius Bär. Der amerikanische Anteil war im Vorjahr mit 65 Prozent ohnehin schon sehr hoch, kletterte in den vergangenen zwölf Monaten aber noch einmal um 1,8 Prozent. Der 60-Prozent-Marke hat sich Nestlé ein gutes Stück genähert. Beim grössten börsenkotierten Unternehmen der Schweiz schob der Hedge-Fund-Manager Daniel Loeb das Gewicht in Richtung der USA. Mittlerweile wird der SMI-Gigant zu 54 Prozent von US-Anlegern gehalten – ein Plus von über 6 Prozent.

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Givaudan ist das einzige Unternehmen, aus dem sich US-Anleger im grossen Stil zurückzogen. Ihr Anteil brach dort von 56 auf 37 Prozent ein. Auch die Schweizer Pharmariesen waren bei den Asset Managern aus den USA offenbar weniger gefragt. Bei Novartis hat die Schweiz die USA sogar als stärkste Kraft verdrängt. Bei 
Roche geht der US-Anteil seit 2010 kontinuierlich nach unten. Damals lagen diese Beteiligungen noch bei 60 Prozent. Doch noch immer ist ETF-Riese Vanguard mit 3,8 Prozent grösster Eigner.

523 Milliarden Franken in US-Besitz

Allein von den drei dominanten Playern im SMI besitzen meldepflichtige US-Investoren Aktien im Wert von mehr als 300 Milliarden Franken. Insgesamt befinden sich SMI-Aktien im Wert von 523 Milliarden Franken in US-Besitz. Vor einem Jahr war diese Zahl noch um 86,9 Milliarden kleiner. Aktuell ist der SMI-Index 1172 Milliarden Franken schwer.
Für dieses Plus ist der 13-prozentige Zuwachs des Kursbarometers nur einer der Treiber. Weil die US-Börsen international schon als überbewertet gelten, suchen US-Anleger ihr Glück zunehmend in Übersee. Die Hoffnungen liegen auf einem weiteren Aufschwung der europäischen Wirtschaft – und die Schweiz surft auf der Welle mit.

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