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Verwaltungsrat 
Diese Bundesbetriebe verfehlen ihre Frauenquote

Wanda Eriksen-Grundbacher (RAB), Anne Eckhardt (Ensi) und Monika Ribar (SBB, v.l.)
VR-Präsidentinnen: Wanda Eriksen-Grundbacher (RAB), Anne Eckhardt (Ensi) und Monika Ribar (SBB, v.l.) haben es als eine der wenigen Frauen gar ganz an die Spitze einer bundesnahen Organisation gebracht.Quelle: Monika Ribar © Severin Bigler/Lunax

Nicht erfüllt, heisst es bei 11 von 26 Bundesbetrieben. Noch immer fehlen total 13 Frauen in den obersten Strategiegremien.

Corinna Clara Röttker
Von Corinna Clara Röttker
29.11.2018

Mindestens 30 Prozent Frauen. Und das bis Ende 2020. Diesen Zielwert hat der Bundesrat für die Verwaltungs- und Stiftungsräte seiner 26 bundesnahen Organisationen Ende 2013 festgelegt. Fünf Jahre später verfehlen noch immer 11 Betriebe den Wert.

Immerhin sind zaghafte Fortschritte sichtbar: Hatten 2014 noch 16 und zwei Jahre später 13 Betriebe Nachholbedarf, erfüllen heute bereits mehr als die Hälfte die Quote. Der Swiss Investment Fund for Emerging Markets und der ETH-Rat zählen in ihren obersten Aufsichtsgremien sogar jeweils zwei Frauen mehr als gefordert.

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Mehr Frauenpower bei Swiss TXT

An Frauenpower zugelegt hat vor allem die SRG-Tochter Swiss TXT: Dort ist der Frauenanteil in den letzten zwei Jahren von 0 auf über 30 Prozent geklettert. Schlusslicht bleibt die andere SRG-Tochter TPC: Die Produktionsfirma hat als einziger Betrieb noch ein reines Männergremium. Die SRG sagt dazu: «Auch bei TPC wird ein Frauenanteil von 30 Prozent angestrebt. Und mit SRF-Direktorin Nathalie Wappler wird 2019 eine erste Frau in den Verwaltungsrat von TPC gewählt.»

Zwei Frauen fehlen auch der Tierdatenbank Identitas. Aber auch die SBB weisen eine ungenügende Bilanz aus, obwohl sie – wie das Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi und die Revisionsaufsichtsbehörde RAB – gar von einer Frau präsidiert werden. Beim Eidgenössischen Institut für Metrologie wird Martina Hirayama Ende Jahr als Präsidentin von VR-Mitglied Matthias Kaiserswerth abgelöst, wodurch dem Institut dann wieder eine Frau fehlt.

Postfinance ist zu männlich

Zu männlich bleibt es trotz der jüngsten Veränderungen im obersten Organ der Postfinance. Auf Ex-Post-Chefin Susanne Ruoff und Adriano Vassalli folgten Giulia Fitzpatrick und Jürg Brun – der Frauenanteil bleibt damit zu niedrig. «Selbstverständlich hat der Verwaltungsrat bei der Suche grosses Augenmerk auf mögliche Kandidatinnen gelegt», heisst es. «Die Suche nach spezifischen Kompetenzen hat jedoch das Feld potenzieller Kandidatinnen und Kandidaten bereits stark eingeschränkt.»

Anfang der Woche hatte auch die Post noch eine Frau zu wenig im Verwaltungsrat. Mit der Wahl von Bernadette Koch und Ronny Kaufmann stimmt ihre Bilanz seit Dienstag jedoch wieder.*

«Der Durchmarsch der Frauen ist nicht mehr aufzuhalten.»

Guido Schilling, Headhunter

Zählt man alle Betriebe zusammen, fehlen noch immer 13 Frauen, bis die Quote erfüllt ist. Für Guido Schilling, der Firmen in der idealen Besetzung von Verwaltungsräten berät, ist das nur noch eine Frage der Zeit: «Der Durchmarsch der Frauen ist nicht mehr aufzuhalten, denn die Firmen haben den Mehrwert von Gender Diversity erkannt. Nur Spätzünder haben das noch nicht begriffen.» Schilling ist überzeugt: «In den nächsten fünf Jahren wird es kein Unternehmen mehr geben, das weniger als 30 Prozent Frauen im Verwaltungsrat hat.» Dies sei einzig deswegen heute noch nicht der Fall, weil Firmen Vakanzen abwarten müssen. «Das braucht Zeit.»

Immerhin: Im Schnitt kommt der Bund bereits auf einen Frauenanteil von 32 Prozent – und schlägt damit die Privatwirtschaft bei weitem. Dort liegt der Anteil in den Verwaltungsräten bei bescheidenen 19 Prozent.

*Diese Information lag bis Redaktionsschluss der Dezember-Ausgabe 12/2018 der BILANZ noch nicht vor.