1. Home
  2. Unternehmen
  3. Die Schweiz verliert an Attraktivität für Grossfirmen

Standort 
Die Schweiz verliert an Attraktivität für Grossfirmen

Die Schweiz verliert an Attraktivität für Grossfirmen
Standort Schweiz: Unvorbereitet für die neue Welt. Pixabay

Die Schweiz läuft Gefahr, ihre Standort­vorteile zu verspielen – und hiesige Konzerne verschliessen die Augen vor globalen Trends. Das ergab eine beunruhigende Studie.

Von Dirk Ruschmann
Aktualisiert vor 20 Minuten

Globalisierte Schweizer Konzerne wie Nestlé, Novartis, Roche oder ABB müssen sich radikal verändern, wenn sie in Zukunft bestehen wol­len – die Erfolgsstory der letzten zwei Jahrzehnte, als die Multis an der Börse kleinere Firmen deutlich hinter sich lies­sen, könnte ansonsten zügig enden. Zu diesem Schluss kommt die internationale Beratungsfirma Oliver Wyman in einer Studie, die sowohl global als auch schweiz­weit wirtschaftspolitische Umbrüche un­tersucht hat.

Lokale Produk­tion vor Ort wird wichtiger

Weltweite Tendenzen zu mehr Regulierung und Protektion, zum Beispiel in den USA oder infolge des Brexit, machten Geschäftsmodelle mit mehr lokaler Produk­tion vor Ort nötig, statt wie bisher zentral in Billiglohnländern zu operieren und von dort global auszuliefern.

Diese Erkenntnis hat gemäss Joris D’Incà, Schweiz­-Chef von Oliver Wyman, die hiesigen Teppich­etagen allerdings noch nicht erreicht: «Zumindest bei den Schweizer Multis gibt es wenige Überlegungen oder gar erste Schritte, die mir bekannt wären – es wird eher noch versucht, diese Entwicklung abzuwenden», formuliert er diplomatisch. Doch die Entwicklung werde kommen – und viel Druck «auf klassische Headquar­ter­-Jobs» ausüben, wie etwa Rechtsdienst oder Marketing.

Unsicherheiten durch Volks­abstimmungen

Speziell in der Schweiz seien die Firmen zudem mit Unsicherheiten durch Volks­abstimmungen mit wirtschaftsfeindlichen Ergebnissen konfrontiert, etwa zu Einwan­derung oder Besteuerung – damit werde die Schweiz mehr und mehr «als Heimat für Konzernzentralen in Frage gestellt», sagt D’Incà.

Seit 1990 haben Schweizer Multis ihren Börsenwert auf das Siebzehnfache gestei­gert, lokal orientierte Firmen legten dage­gen nur auf das knapp Zweieinhalbfache zu.

Weitere spannende Themen lesen Sie in der neuen «Bilanz», ab Freitag am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.

Anzeige