Der Chef von heute: Mann, Ausländer, MBA-Absolvent
Das Ideal vom Schweizer Patron als Aufsteiger von unten und geschäftigem Milizionär ist passé. Heute gilt: CEO wird hierzulande, wer studiert hat und international vernetzt ist. Die HZ-Analyse.
Wer gehört 2026 zur Wirtschaftselite im Land? Wie wichtig sind ein Hochschulabschluss oder ein MBA-Zertifikat, um es zum CEO zu bringen? Wie haben die Ausländer die Chefposten erobert? Wie haben sich die Löhne der Spitzenkräfte entwickelt? Die Handelszeitung hat die Posten von Verwaltungsratspräsident und CEO – die mächtigsten einer Firma – unter die Lupe genommen. Es wurden dazu die fünfzig grössten börsenkotierten Firmen der Schweiz für die Jahre 2000 und 2026 verglichen und 200 Führungskräfte analysiert und bewertet. Mehrere Dutzend haben wir direkt befragt, unzählige Lebensläufe, Geschäftsberichte und Interviews begutachtet und mit Weggefährten gesprochen.
Die Vermessung der CEOs und VR-Präsidenten hat einiges zutage gefördert. Zum Beispiel: Die Mehrheit der Topleute stammt aus dem Ausland, vorab aus Deutschland. Und: Wer es heute nach ganz oben schaffen will, braucht einen Studienabschluss, am besten von der ETH. Wer nicht studiert hat, muss sich in einem ausländischen Grosskonzern durchsetzen. Eine weitere Erkenntnis: Frauen sind in CEO-Positionen und VR-Präsidien heute noch immer drastisch untervertreten; ihr Anteil liegt 2026 bei gerade einmal 10 Prozent.