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Besorgte Arbeitgeber

Schlechte Noten für Azubis

Weil Jugendliche immer grössere Lücken in Mathematik und Deutsch haben, zahlen Lehrbetriebe drauf. Das bedroht das Erfolgsmodell Berufsbildung.

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Viele Ausbildungsbetriebe geben wider Willen Nachhilfe.
Viele Ausbildungsbetriebe geben wider Willen Nachhilfe.Getty Images

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Wenn Jugendliche in die Lehre starten, fehlt immer öfter das Rüstzeug. Eine Umfrage von fast 2900 Betrieben durch Arbeitgeberverband (SAV), Economiesuisse und Gewerbeverband zeigt, dass 59 Prozent die Schreibfähigkeiten neuer Lernender als ungenügend einstufen. Auch in Mathematik klaffen Lücken. Für die Ausbildungsbetriebe ist das eine Kostenfalle. Statt Fachwissen zu vermitteln, holen sie den Stoff der Volksschule nach. Die Studie beziffert diesen Aufwand auf bis zu drei Stunden Extrabetreuung pro Woche und Zusatzkosten von bis zu 2000 Franken im Jahr pro Lernendem.
Die Arbeitgeber verlangen dabei nichts Unmögliches. SAV-Bildungschefin Nicole Meier stellt klar: «Es geht um Kompetenzen, die nach neun Jahren obligatorischer Schule erwartet werden dürfen.» Auch bei Fähigkeiten wie Selbstorganisation und kritischem Denken berichten die Arbeitgeber von gravierenden Mängeln.
Nicole Meier vom Schweizerischen Arbeitgeberverband sagt, berufsorientierte Weiterbildung sei im Interesse aller.
Nicole Meier ist beim Schweizerischen Arbeitgeberverbands (SAV) verantwortlich für Bildung.zVg
Nicole Meier vom Schweizerischen Arbeitgeberverband sagt, berufsorientierte Weiterbildung sei im Interesse aller.
Nicole Meier ist beim Schweizerischen Arbeitgeberverbands (SAV) verantwortlich für Bildung.zVg
Für die duale Berufsbildung wird dies zum strategischen Risiko. «Die Berufsbildung beruht auf Freiwilligkeit. Wenn der Aufwand stetig steigt, steht die Ausbildungsbereitschaft auf dem Spiel», warnt Meier. Die ökonomische Logik ist simpel: «Wenn der Kosten-Nutzen-Faktor nicht mehr stimmt, bilden Betriebe weniger aus.» Das zeigt bereits Wirkung: Jedes fünfte befragte Unternehmen plant, künftig weniger Lehrstellen anzubieten. Ein Alarmzeichen in Zeiten des Fachkräftemangels. Meiers Appell an die kantonalen Bildungsdirektionen: «Schaut hin und investiert in Massnahmen, die wirken.» Die Volksschule muss zwingend ihre Kernaufgabe erfüllen.

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