Amazon wird Insidern zufolge nicht einen weiteren Hauptsitz erΓΆffnen, sondern zwei. Statt Platz fΓΌr bis zu 50'000 Mitarbeiter in einer Stadt zu schaffen, sollen nun die neuen ArbeitsplΓ€tze auf zwei StΓ€dte aufgeteilt werden, wie am Montag aus dem Umfeld der Planungen verlautet wurde. Hintergrund ist das Problem, genug qualifizierte Mitarbeiter im Technologie-Sektor zu finden. Auch gab es bedenken, dass der massive Zuzug von Mitarbeitern einen einzelnen Standort ΓΌberfordern wΓΌrde.
Amazon stehe laut Β« BloombergΒ» kurz vor der Vereinbarung fΓΌr die Standorte Arlington (Virginia) und Long Island City im New Yorker Stadtteil Queens. Der New Yorker Governeur Andrew Cuomo traf sich jedenfalls vor zwei Wochen mit zwei FΓΌhrungskrΓ€ften fΓΌr Verhandlungen.
Hunderte Millionen als Anreize
Laut einem Insider soll Cuomo bereit sein, Amazon Hunderte von Millionen Dollar an Anreizen anzubieten. Β«Ich werde meinen Namen in Amazon Cuomo Γ€ndern, wenn es das ist, was nΓΆtig istΒ», sagte Gouverneur Cuomo zu Reportern.
Das BΓΌro des New Yorker BΓΌrgermeisters hat jedenfalls seit April Touren durch die Gegend von Long Island City geleitet und Beamte von mehreren New Yorker UniversitΓ€ten einberufen, um Wege zu skizzieren, wie Amazonas BedΓΌrfnisse erfΓΌllt werden kΓΆnnen.
Long Island City gilt als das am schnellsten wachsende Viertel und soll 180 Millionen Dollar erhalten, um Schulen, Strassen und Parks zu bauen und aufzuwerten. Der Zuschuss ist Teil einer Investitionsstrategie, die seit drei Jahren entwickelt wird und der in Queens einen Bauboom ausgelΓΆst hat.
Entscheidung soll bald fallen
Amazon wollte sich nicht zu den Informationen Γ€ussern, ΓΌber die zuerst das Β«Wall Street JournalΒ» berichtet hatte. Eine Entscheidung kΓΆnne noch in dieser Woche fallen, berichtete die Zeitung.
Mit dem Start der Standortsuche und den InvestitionsplΓ€nen von rund fΓΌnf Milliarden Dollar vor gut einem Jahr hatte Amazon landesweit grosses Interesse bei zahlreichen StΓ€dten ausgelΓΆst. Der Online-Gigant hatte damals angekΓΌndigt, neben dem bisherigen Hauptsitz in Seattle eine zweite Zentrale in Nordamerika aufzumachen. 238 StΓ€dte in Nordamerika haben sich daraufhin beworben. Auch aus Kanada und Mexiko trafen Bewerbungen ein.
Vorteil im Konkurrenzkampf mit Google
Die Auswahl fΓΌr die beiden neuen Hauptverwaltungen kΓΆnnte helfen, neue Mitarbeiter im Konkurrenzkampf mit Rivalen wie Google zu gewinnen, mit denen Amazon in Bereichen wie Cloud Computing und sprachgesteuerte Technologie konkurriert. Β«Amazon geht dorthin, wo es nicht so viel mit Google und Facebook zu tun hat wie in San Francisco oder SeattleΒ», sagt Alex Snyder, Analyst bei CenterSquare Investment Management.
(bsh, mit Material von Bloomberg und Reuters)