Personen, die noch nicht den Anspruch auf eine maximale AHV-Rente haben und auch nicht über ein Polster in der beruflichen Vorsorge verfügen, rechnen die Sache lieber durch. So etwa Serena B.: Sie wird bald 65 und hätte, sofern sie sich pensionieren liesse, eine AHV-Rente von 2350 Franken zugute. Das wären 170 Franken weniger als das gesetzliche Maximum. Sollte sie ihren Job behalten und den Rentenbezug bis siebzig aufschieben, bekäme sie eine um rund einen Drittel höhere AHV-Rente. Bei einem Monatslohn von brutto 6000 Franken würde ihre Rente ab siebzig Jahren 3090 Franken betragen. Das würde ihr helfen, über die Runden zu kommen. Doch lohnt sich das für sie? Solche Fragen stellen sich auch Mitglieder im Parlament. Die grosse Frage: Wie können Arbeitnehmende über das heutige Referenzalter hinaus der Berufswelt erhalten bleiben?
Die Antwort im Fall Serena B.: Für sie würde es sich finanziell nicht lohnen, länger zu arbeiten. Eine um einen Drittel höhere Rente ist zwar schön. Aber der Aufschub der AHV-Rente bis siebzig hätte seinen Preis: Sie würde auf 141’000 Franken AHV-Rente verzichten und zusätzliche 28’290 Franken Lohnbeiträge an die AHV überweisen. Rechnet man die Rente und ihre Zahlungen auf, so würde sie mit 87 Jahren den Break-even erreichen, bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 88 Jahren. Das Beispiel zeigt: Für die AHV wäre der Deal lukrativ. Die Vorschriften des freiwilligen Rentenaufschubs sind so ausgelegt, dass Werktätige wenig finanzielle Anreize haben, weiterzuarbeiten. Das zeigt sich auch in der Statistik: Nur 3 Prozent schieben bei Erreichen des Referenzalters die AHV auf. Bloss 155’000 Personen arbeiten nach dem Alter von 65 Jahren weiter. Wie könnte man das ändern?