Herr Hannesbo, was ist dieses Jahr das Highlight für Sie am Autosalon?Morten Hannesbo*: Persönlich schätze ich Fahrzeuge, die etwas anders sind. Den Morgan Threewheeler finde ich cool. Sonst gefallen mir die SUVs: Der von Alpha Romeo oder Audi Q8. Sonst ist der Panamera Sport Turismo von Porsche schön, wenn auch ein bisschen teuer.
SUVs sind in Genf allgegenwärtig. Der Mangel an Elektroautos wurde von Brancheninsidern bemängelt.Am Ende leben wir davon, dem Kunden zu präsentieren, was er kaufen will. Wenn wir uns vom SUV-Trend abwenden würden, verkaufen andere diese. SUV heisst auch nicht, dass das Auto nicht umweltfreundlich sein kann. Es gibt schöne Fahrzeuge mit tiefem Verbrauch.
Der Verkauf von Elektro-Autos in der Schweiz stagniert. Ist der Hype vorbei?Alternative Antriebe bewegen sich bei 4 bis 5 Prozent vom Gesamtmarkt. Das ist wenig. Aber die Technologie wird kommen, es ist nur eine Frage der Zeit. Vielleicht braucht es noch fünf bis zehn weitere Jahre bis die Kunden Elektroautos als echte Alternative zu Verbrennungsmotoren sehen.
VW hat angekündigt, bis 2025 Weltmarktführer bei der E-Mobilität sein zu wollen. Fahren wir also bis dahin alle Elektroautos?Nein. Ich denke, dass wir 2025 ein Viertel der Neuwagen mit Elektromotor verkaufen. Der Verbrennungsmotor wird nicht so schnell aussterben – diesen werden wir auch noch im Jahr 2030, vielleicht sogar 2040 verkaufen.
Sie haben mit dem Concept Car ID Buzz eine autonome, elektrische Vision des Bullis vorgestellt. Bis wann kommt das autonome Fahren?Das dauert noch eine Weile. Ich denke, wir fahren erst in 15 bis 20 Jahren autonom. Und auch dann nur auf gewissen Strecken. Dennoch müssen wir schon jetzt zeigen, was machbar wäre. Und der Van hat eine grosse Vergangenheit, ein grosses Erbe. Ich selbst habe einen Bulli. Ich bin ein grosser Fan, man kann darin gut entschleunigen. Wobei ich zugeben muss, dass ich nicht so oft damit campen gehe. Oft lasse ich aber meinen Dienstwagen stehen und fahre mit dem Van.
Was mögen Sie daran?Ich finde es ist ein geniales Konzept für Familien, für die Freizeit und ein Statement von Gelassenheit, im Sinn von «Ich bin nicht vom Rennen um Prestige gesteuert».
Kann der ID Buzz in diese grossen Fusstapfen treten?Ja. Er erfüllt genau diese Aufgaben: Er hat genug Platz, ist hübsch, intelligent, relativ klein, aber kann kann auf wenig Platz viel machen, kann überall parkiert werden. Und er basiert auf der Elektroplattform, die 2020 kommen wird. Ein überarbeiteter Bulli ist für viel mehr Menschen relevanter als ein Sportwagen mit 700 PS.
Würden Sie Ihren alten Bulli für den ID Buzz eintauschen? Der Alte vermittelt ja auch ein gewisses Lebensgefühl.Ich habe viele Herzen. Aber der neue wäre eine Alternative. Und man staunt: Meine drei Söhne würden lieber mit dem ID Buzz fahren, als mit meinem Dienstwagen. Weil das ein cooles Auto ist.
Was fahren Sie neben dem Bulli für Autos?Wir haben in meiner Familie zwei VWs, einen Golf und einen Tiguan. Und ich fahre einen Dienstwagen, derzeit einen Panamera. Danach werde ich einen Skoda Kodiak fahren. In den letzten zwölf Monaten waren ausserdem ein Audi A6 und Skoda Superb dabei. Ich liebe die Technik hinter den Modellen.