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Steuerrechtsprofessorin im Interview

«Es gibt auch unfreiwillige Teilzeitarbeit»

Andrea Opel hat Verständnis für die Kritik an der Teilzeitarbeit. Doch das Steuerrecht sei der falsche Weg zum Ziel.

Peter Rohner

Andrea Opel, Professorin für Steuerrecht an der Universität Luzern
Die Individualbesteuerung könnte das Problem der negativen Anreize für höhere Pensen etwas lindern, findet Andrea Opel, Professorin für Steuerrecht an der Universität Luzern. zVg

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Warum beschäftigen Sie sich als Steuerrechtlerin mit dem Phänomen Teilzeit?

Wegen des vergleichsweise hohen Lohnniveaus insbesondere bei gut Ausgebildeten können es sich viele leisten, bloss in einem Teilzeitpensum zu arbeiten. Das System setzt ungewollt steuerliche Anreize zur Teilzeitarbeit. Mit dem zunehmenden Fachkräftemangel hat das Thema Teilzeitarbeit an Brisanz gewonnen und beschäftigt zunehmend auch die Politik.

Von dort kommt auch der Vorschlag, Teilzeit steuerlich zu bestrafen beziehungsweise Vollzeit zu belohnen. Was halten Sie davon?

Der progressive Einkommensteuertarif privilegiert Personen, die nur in einem Teilzeitpensum arbeiten. Ich kann daher die Idee einer Steuerumgestaltung verstehen. Aber das Steuerrecht ist nicht das richtige Mittel.
Über die Autoren
Peter Rohner
Peter Rohner
ist Chefökonom der Handelszeitung.

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