Reicher Abschied
Seit Gunvor vor 25 Jahren gegründet wurde, wird dem Genfer Rohstoffkonzern Nähe zu den Mächtigen im Kreml nachgesagt. Dies wurde 2014 dem Firmen-Mitgründer Gennadi Timtschenko (73) zum Verhängnis; als der damals in Genf lebende Russe auf die Sanktionsliste geriet, verkaufte er sein Paket an
Partner und CEO Torbjörn Törnqvist (72). Doch der Schwede scheint daraus keine Lehren gezogen zu haben. Als die USA im Oktober Sanktionen gegen den russischen Energiekonzern Lukoil verhängten, bot dieser sein Auslandsgeschäft zum Kauf an. Den Zuschlag erhielt – Gunvor! Das US-Finanzministerium brandmarkte den Konzern als «Marionette des Kremls». Törnqvist blieb nur der Ausstieg, er verkaufte seine Mehrheit dem Management. Mit einem Vermögen von 6,5 Milliarden Franken dürfte er den Abgang gut verschmerzen.