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Milliardenbewertung vs. Finanzprobleme

News aus der Welt der Reichsten

Ein chinesischer KI-Gigant mit 2750-fach überzeichnetem Börsengang und die Swarovski-Familie mit einem kriselnden Weingut.

Stefan Lüscher

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Die argentinische Bodega Norton bereitet der Swarovski-Familie (Bild: Markus Langes-Swarovski) Sorgen. PR

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KI-Milliardär

Letzten Dezember ging die chinesische Moore Threads an die Börse von Shanghai. Obwohl der Spezialist für GPU-Chips, die beim Training von KI-Modellen Anwendung finden, erst 2020 gegründet wurde und tiefrote Zahlen schreibt, wurde das IPO um das 2750-Fache überzeichnet. Der Kurs schoss in den ersten Handelstagen um über 700 Prozent hoch. Inzwischen hat sich der Hype beruhigt, die Firma wird noch mit umgerechnet 34 Milliarden Franken bewertet. Die Kursexplosion hat nicht zuletzt mit dem Mitgründer und CEO zu tun; James Zhang Jianzhong arbeitete 14 Jahre für Nvidia, zuletzt als Chef des China-Geschäfts. Viele Anleger hoffen wohl auf eine zweite Nvidia – diesmal chinesischen Zuschnitts. Dem öffentlichkeitsscheuen 59-Jährigen kann das recht sein; sein Anteil ist 3,4 Milliarden Franken wert.

Bodega in der Krise

Unternehmer haben in Argentinien einen schweren Stand. Das musste die Bodega Norton aus Mendoza erfahren; rückläufiger Weinkonsum, ausufernde Kosten sowie mehrere Führungswechsel bescherten dem führenden Weinproduzenten Lateinamerikas finanzielle Probleme. Nun läuft eine Sanierung. Dabei hat die Bodega einen reichen Besitzer: das Kristallglas-Imperium Swarovski. 1989 erwarb Gernot Langes-Swarovski (1943–2021) das Weingut. Doch die Privatstiftung gleichen Namens als Eigentümerin war nicht bereit, ausreichend Geld einzuschiessen. Denn die aus rund 200 Mitgliedern bestehende Swarovski-Familie (Vermögen: 1,75 Milliarden Franken) – einige leben in der Schweiz, so Markus Langes-Swarovski (51) – sind sich untereinander nicht grün, speziell was Geld betrifft.

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