Sogar seine eigene Frau fand die Zahl «schrecklich hoch»: Insgesamt 8,8 Millionen Franken erhielt Jan Jenisch, seit Oktober CEO von Lafarge-Holcim, für seine ersten knapp drei Monate beim Zementhersteller. Der Grossteil davon, 4,9 Millionen, ist Entschädigung für gesperrte Aktien des Spezialchemiekonzerns Sika, wo Jenisch die letzten fünfeinhalb Jahre CEO war, die aufgrund seines Wechsels verfallen.

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Zusätzlich wurden Jenisch Lafarge-Holcim-Aktien im Wert von 1,97 Millionen Franken gutgeschrieben, die für drei Jahre gesperrt sind. Im Bonus von 1,12 Millionen ist auch eine Entschädigung für jenen Bonus enthalten, den er bei Sika mit seinem Abgang verwirkt hat. Hinzu kommen das Basissalär von 533 332 Franken plus 278 062 Franken für Pensionsleistungen.

Plus 232 Prozent

Mit dem Jobwechsel hat Jenisch (51) seine Gesamtbezüge um 232 Prozent erhöht. Bei Sika hatte er 2016 noch 3,8 Millionen Franken eingesteckt, für zwölf Monate Arbeit wohlgemerkt.

Paul Schuler: Der Nachfolger von Jan Jenisch kommt auf eine Gesamtvergütung von 3,4 Millionen Franken.

Dass Jenisch mitten im Übernahmekampf gegen Saint-Gobain zum fünfmal grösseren Zementhersteller wechselte, wurde von seinen Mitstreitern schlecht aufgenommen: Jenisch war als CEO das Gesicht des Widerstandes des Managements gegen den Plan der Besitzerfamilie Burkard, Sika an den französischen Mischkonzern zu verkaufen.

Zur Generalversammlung 2016 bot Jenisch sein gesamtes Kader auf, damit sich dieses gegen die Verkaufspläne ausspräche. «We are not for sale», lautete der Schlachtruf. Inzwischen habe sich der CEO selber verkauft, so der Vorwurf.

Jenischs Nachfolger bei Sika, Paul Schuler, kommt für 2017 auf eine Gesamtvergütung von 3,4 Millionen Franken. Allerdings wurde er bis 30. Juni noch auf Basis seiner damaligen Funktion als Asienchef entschädigt.