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Trotz Krisen und Bedrohung durch KI

So will Adecco-CEO Machuel die Gunst der Anleger wiedergewinnen

Seit Jahren serbelt der Zeitarbeits­konzern. Jetzt disrumpiert auch noch KI die Berufswelt. Schafft Denis Machuel den Turnaround?

Marc Kowalsky

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Denis Machuel baut Adecco fleissig um. Seine Sorge bleibt: «Wir werden von den Finanzmärkten nicht angemessen gewürdigt.» Salvatore Vinci für BILANZ

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Denis Machuel hat ein ungewöhnliches Hobby für einen CEO: In seiner Kindheit verschlang er Comics aus dem französischen Sprachraum wie «Tim und Struppi», «Asterix» oder «Lucky Luke». Im Freundeskreis legte man sich ein einziges Bild vor, die anderen mussten erraten, aus welchem Band es war. Heute liest der Franzose noch immer mit Begeisterung Comics, hauptsächlich solche, die im Mittelalter spielen, in der Zukunft oder im Wilden Westen. In seinem Ferienhaus in der französischen Provinz hat er sogar ein eigenes Comiczimmer eingerichtet. Rund tausend Bände lagert er dort, verbringt Stunden mit der Lektüre. «Das ist das Kind in mir», lacht der 61-Jährige.
Viel weniger Freude macht es Denis Machuel, wenn er die Bilanzen seines Arbeitgebers Adecco liest. Seitdem er im Juli 2022 den CEO-Posten übernommen hat, ging der Umsatz um eine halbe Milliarde Euro zurück, sanken Margen und Gewinn, stürzte der Aktienkurs um rund 45 Prozent ab. Letztes Jahr musste die Dividende um 60 Prozent reduziert werden, heuer kam man um eine weitere Kürzung nur haarscharf herum. Hauptgrund ist die Marktschwäche. Das Brot-und-Butter-Geschäft Zeitarbeit steckt seit Jahren in Schwierigkeiten wegen der ständigen Unsicherheit: Ukraine-Krieg, Trump, Mittlerer Osten, Trump, Energiepreise, Trump. Entsprechend haben auch die beiden grössten Konkurrenten von Adecco auf dem Weltmarkt, Randstad und Manpower, wenig Grund zum Jubeln.

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Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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