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Holcim

Der ehemalige Lafarge-CEO muss ins Gefängnis

Bruno Lafont muss wegen Terror-Zahlungen in Haft. Es war das Druckmittel, mit dem Holcim bei der Fusion den Namen durchsetzen konnte.

Ueli Kneubuehler Rinigier

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Der ehemalige Lafarge-Chef Bruno Lafont (vorne) muss sechs Jahre ins Gefängnis – wegen Terror-Finanzierung. Anadolu via Getty Images

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Es ist ein beispielloses Verdikt. Das Pariser Strafgericht hat den langjährigen Lafarge-Chef Bruno Lafont zu sechs Jahren Haft verurteilt. Antritt: immédiat. Acht Ex-Manager des französischen Zementherstellers, der 2015 mit Holcim fusioniert worden ist, wurden ebenfalls schuldig gesprochen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Lafarge 2013 und 2014 im syrischen Bürgerkrieg die Terrororganisation IS bezahlte, damit sie den Betrieb eines Werks in Syrien aufrechterhalten konnte. Lafont war angeblich über die Zahlungen informiert, rechtfertigte sich aber damit, er habe nicht immer alle wichtigen Informationen lesen können.
Dem Vernehmen nach wurden für den jüngsten Prozess auch Ex-Holcim-Verantwortliche als Informationspersonen vorgeladen – wie bereits früher, als die Zahlungen bekannt geworden waren. Holcim, bei der Thomas Schmidheiny damals grösster Einzelaktionär war, wurde im Zuge der Due Diligence nicht über die Zahlungen in Syrien informiert. Das bestätigen mehrere involvierte Personen. «Is there anything else we have to know?», habe man mehrfach gefragt. Auch in VR-Sitzungen wurde Lafont darauf angesprochen, und eine Kanzlei hat die Geldflüsse durchleuchtet.
Als die Sache 2016 publik wurde, war das mehr als nur unschön, aber es war ein Gamechanger in Bezug auf die Namensdiskussionen. Insbesondere Lafarges intransparente Kommunikation war der Hauptgrund, weshalb der Schweizer Zementriese durchsetzen konnte, dass er wieder unter dem Namen Holcim auftreten konnte. Das bestätigen in die Fusion involvierte Personen.

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