Sie ist die wohl einflussreichste Frau der Schweizer Wirtschaft, aber der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt: Geraldine Matchett. Die 54-Jährige sitzt unter anderem in den Verwaltungsräten von ABB, Nestlé und Swiss Re und ist damit eine besonders machtvolle Figur in Schweizer Boards. Zudem ist sie Stiftungsrätin der Westschweizer Elite-Hochschule IMD. Sie engagiert sich seit Beginn ihrer Karriere für Nachhaltigkeit – schon lange bevor ESG-Themen in der Businesswelt in Mode kamen – und hat ein imposantes Netzwerk in der internationalen Finanzwelt über Mandate bei einem Bostoner Thinktank und der «Green House Gas Protocol»-Initiative. Angesichts der Anzahl dieser anspruchsvollen und prestigeträchtigen Ämter, die Matchett innehat, besteht immerhin das Risiko von Overboarding. Man sagt über Matchett, sie habe «starke Führungsqualitäten» und «Durchsetzungsvermögen». Das Rampenlicht sucht sie aber nicht, sie zieht lieber im Hintergrund die Strippen. Dabei war bereits ihre Karriere auf operativer Ebene sehr spannend.
Als Co-CEO des niederländischen Chemiekonzerns DSM war Matchett vor vier Jahren massgeblich an der Fusion mit Firmenich beteiligt. Ihren ersten Karrieresprung hatte sie beim Warenprüfkonzern SGS gemacht, wo sie schon mit Anfang 30 Chefcontrollerin wurde.