Der Industrielle Ulf Berg ist neuer Verwaltungsratspräsident von Kuoni. In den neunziger Jahren verbrachte Berg als ABB-Mann zeitweise die Hälfte des Jahres im Ausland. Da habe er gar nie Zeit für so etwas wie ein Netzwerk gehabt, sagte er zur «Bilanz». Das ist leicht untertrieben. In der Schweizer Industrie ist er vernetzt wie kein Zweiter. Das ist sein Machtnetz: RMS Die Mitstreiter:Bergs Jobs bei Sulzer, Ems, SIG, Wicor und Bobst brachten ihn mit den wichtigsten Industrieköpfen zusammen. Darunter Ems-Chefin Magdalena Martullo, die ihn 2007 zum Präsidenten erkor. Seither reitet das Duo auf einer Erfolgswelle. RMS Bei Sulzer war Berg von 2004 bis 2007 CEO und von 2007 bis 2009 Präsident. In dieser Zeit traf er auf den Wirtschaftsanwalt Rolf Watter und... RMS ...und AkzoNobel-Chef Ton Büchner, Bergs CEO-Nachfolger. RMS Während des Kampfes um die Übernahme durch Viktor Vekselberg schloss er Freundschaften mit Implenia-Chef Anton Affentranger und... RMS … dem damaligen ZKB-Präsidenten Urs Oberholzer. Berg und Affentranger verwendeten später im Abwehrkampf gegen die britische Laxey ähnliche Methoden, und Oberholzer stellte sich beim Sulzer-Übernahmekampf auf Bergs Seite. RMS Zu seinen Freunden zählt auch Ex-Economiesuisse-Präsident Rudolf Wehrli, mit dem er zusammen im VR des KMU-Kreditfonds AM-Tec sitzt. RMS Im neuen, auf drei Köpfe reduzierten Kuoni-Verwaltungsrat trifft Berg auf den Arbeitsrechtler und Aldi-VR Thomas Geiser und … RMS … den EQT-Schweiz-Mann Michael Bauer. RMS Die Gegenspieler:Solcher Eifer sucht in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte seinesgleichen. 2007 investierte der damalige Sulzer-Chef Ulf Berg so viel Energie in den Kampf gegen die feindliche Übernahme durch Oligarch Viktor Vekselberg, dass er an seine physischen und psychischen Grenzen stiess. RMS Dabei deckte er die Tricksereien des österreichischen Spekulanten-Duos Georg Stumpf (l.) und Ronny Pecik auf … RMS … und lenkte die Aufmerksamkeit der Bankenaufsicht auf die Rolle des zweigesichtigen Bankers Hans Vögeli. Der damalige Präsident der Sulzer-Hausbank ZKB setzte über eine Drittbank auf Sulzer-Optionen und strich dank der Übernahme 80'000 Franken ein. Das kostete ihn später den Job. RMS Ebenfalls wegen der Sulzer-Affäre abtreten musste Martin Eberhard, Gründungsmitglied und Ex-Chef der Neuen Zürcher Bank. Eberhard hatte Pecik und Stumpf geholfen, die heimliche Beteiligung aufzubauen. RMS Zur Gesellschaft der unfreundlichen Sulzer-Käufer zählte auch Vekselbergs Sprecher Thomas Borer, der damals den Unmut des Oligarchen über Bergs mediale Vorstösse kundtat. Als Folge wurde im Eiltempo das neue Offenlegungsgesetz in vier Monaten durch das Parlament gebracht. RMS Daneben hat der als versöhnlich geltende Berg kaum Feinde. Sein ehemaliger Vorgesetzter bei der ABB, Göran Lindahl, setzte dieses Attribut jedoch arg aufs Spiel, als er Berg 1998 nach 22 Jahren im Unternehmen auf die Strasse stellte. Bilder: Keystone/ BLR & Partners RMS