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Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!»

Wie es zum Hype um den Dichtestress kam

Warum das Schlagwort so häufig verwendet wird und welche negativen Effekte die Zuwanderung tatsächlich hat. Einige Fakten zur Politdebatte.

Andreas Valda

SCHWEIZ BAHN SBB STOERUNG ZUERICH
Menschen warten am Zuggleis: Der Hype um das Wort «Dichtestress» vor Volksabstimmungen startet 2014 Keystone

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Ein Begriff macht Karriere: Dichtestress. Zum ersten Mal tauchte er in den Archiven der etablierten Schweizer Medien im Jahr 1987 auf, und zwar in einem Leserbrief der NZZ: «Immer mehr Schweizerinnen reagieren instinktiv auf die Verhältnisse und halten sich mit der Fortpflanzung zurück. Es handelt sich um eine vollkommen natürliche Anpassung in Richtung auf einen geringeren Dichtestress, auf ein bevölkerungsmässiges Fliessgleichgewicht auf tieferem Niveau.» Mit diesen Worten beschwerte sich ein Auslandschweizer über die Zuwanderung in die Schweiz und die negativen Folgen der Hochkonjunktur.
Die Wirtschaft brummte damals viermal so stark wie heute, der Fortschritt war beträchtlich, die Reallöhne wuchsen. Es waren goldene Jahre für die Schweiz. Die obligatorische berufliche Altersvorsorge wurde eingeführt. Die S-Bahnen und die «Bahn 2000», das Rückgrat der heutigen SBB-Schnellstrecken, wurden gebaut. Doch der NZZ-Leser klagte, dass das Ökosystem «schwerste Schädigungen» aufweise. Die Schweiz verkomme «zur Grossagglomeration» und sei dazu verurteilt, «eine Art Singapur zu werden».

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