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Klinikdirektorin

«Die Umrechnung der Taxpunkte in Stunden ist unsinnig»

Die Limitierung der ärztlichen Taxpunkte könnte Arztpraxen und Spitäler massiv treffen. Klinikdirektorin Danuta Zemp sieht darin eine Gefahr für effiziente Abläufe – und warnt vor höheren Kosten.

Erik Nolmans

Dr. med. Danuta Zemp ist Mitglied der Geschäftsleitung der Klinikgruppe Valens, Direktorin der Rehakliniken Walzenhausen und St. Gallen sowie Verwaltungsrätin der Insel Gruppe in Bern.
Dr. med. Danuta Zemp ist Mitglied der Geschäftsleitung der Klinikgruppe Valens, Direktorin der Rehakliniken Walzenhausen und St. Gallen sowie Verwaltungsrätin der Insel Gruppe in Bern.RMS

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Was bedeutet die geplante Deckelung der verrechenbaren ärztlichen Taxpunkte für Sie als Klinikdirektorin?

Rehakliniken sind im ambulanten Bereich, wo diese Deckelung greift, relativ klein, daher sind wir direkt nur wenig betroffen. Wir fragen uns natürlich, ob dies der Beginn einer neuen Regulierungslogik ist, die grundsätzlich nicht gut wäre.

Warum?

Es ist für Arztpraxen und Spitäler mit einem grossen ambulanten Bereich ein massiver Eingriff in die Gestaltung der Abläufe, mit vielen negativen Folgen.

Welche?

Nehmen wir einen Spezialisten, etwa eine Fachärztin für Dermatologie. Wenn jeden Tag schon am Mittag die maximal abrechenbare Taxpunkte-Zahl erreicht wird, muss man Patiententermine verschieben oder die Leistungserbringung in den stationären oder den Notfallbereich verlagern, wo diese Regelung nicht gilt – eine reine Verschiebung der Kosten, die das Ganze eher teurer macht und das Ziel «ambulant vor stationär» untergräbt.

Man hört von Ärzten, die pro Arbeitstag bis zu 26 Stunden abrechnen.

Die Umrechnung der Taxpunkte in Stunden ist unsinnig und stellt gerade Spezialistenpraxen mit vielen Patientinnen und Patienten pro Tag in ein falsches Licht. Es gibt pro Leistung eine bestimmte Anzahl Taxpunkte, mit effizienten Abläufen etwa kann man in kürzerer Zeit mehr Leistung erbringen, als die Umrechnung anzeigt. Tarifzeit ist nicht Realzeit. Verrechnet wird die in den Tarifpositionen hinterlegte Minutage, nicht die gemessene Arbeitszeit.

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Wie bitte? Aber ein Tag ist ja begrenzt.

Das Taxpunkte-Total entspricht rechnerisch etwa zwölf Stunden tarifierter Leistung in der Grundversorgerpraxis. Aber es ist nicht Arbeitszeit, die man mit den Punkten berechnet, sondern ärztliche Leistung am Patienten. Jeder Taxpunkt entspricht einem gewissen Frankenwert. Das wird oft missverstanden.

Wo sind die richtigen Ansätze?

Einen zentralen Ansatz stellt die Qualität dar. Es ist von zentraler Bedeutung, dass wir die Indikationsqualität für Untersuchungen und Behandlungen in den Vordergrund der Diskussion um Systemkosten stellen.

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