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Immobilien

Wie eine Thuner Regionalbank zum Symbol der Krise wurde

Die Spar- und Leihkasse Thun war das sichtbare Opfer der Immobilienkrise Mitte der 90er Jahre. Ihr Fall prägt die Hypothekarbedingungen bis heute.

Michael Heim Handelszeitung

Anstehen im Herbst 1991: Kunden der SLT bangen um ihre Ersparnisse.
Anstehen im Herbst 1991: Kunden der SLT bangen um ihre Ersparnisse. Keystone

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Die Bilder prägten eine ganze Generation. Vor dreissig Jahren kollabiert die Spar- und Leihkasse Thun (SLT), weil sie sich mit Hypotheken verspekulierte. Am 3. Oktober 1991 verordnet die Finma-Vorläuferin EBK die Schliessung der Bank, zwei Wochen später entzieht sie ihr die Bewilligung. Die Kunden stehen vor verschlossenen Türen und zittern um ihr Erspartes. Was man nur aus dem Ausland kannte, findet plötzlich in der Schweiz statt.
Die Liquidation der Bank dauert Jahre, Tausende verlieren einen Teil des Ersparten. «Eigentlich war das kein besonders grosser Fall, das Kommunikationsdesaster war grösser als der wirtschaftliche Schaden», erzählt Christoph Winzeler, der damals als Chefjurist für die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) arbeitete. «Es gab vereinzelt Fälle davor und Fälle danach, meist jedoch kleinere.» In den 1990er Jahren verschwanden viele Banken über Fusionen und Übernahmen. Viele wurden saniert. Nur eine wurde nicht gerettet: die SLT. Es war das Lehman Brothers der Schweiz. Und wie bei Lehman ging eine Immobilienkrise voran. Nach einem Boom, der Ähnlichkeiten mit heute hat.

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