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«Das Geschäftsmodell von Facebook, Google und Co. muss verboten werden!»

Einst war er Mark Zuckerbergs Mentor, heute ist er der grösste Kritiker von Facebook: Roger McNamee über manipulierte Wahlen, angestachelte Corona-Proteste und Social Media als Gefahr für die Gesellschaft.

Marc Kowalsky

Roger McNamee
«Man wird das Virus nicht besiegen, wenn man den Einfluss der Internetplattformen nicht reduziert»: Roger McNamee, Tech-Investor, Social-Media-Kritiker und Buchautor. Chris Hardy
Roger McNamee, im US-Wahlkampf 2016 warnten Sie als Erster, dass Facebook im grossen Stil zur Manipulation von Wählern missbraucht werde, was sich später mit Bekanntwerden des Cambridge-Analytica-Skandals und der russischen Einflussnahme bewahrheitete. Fürchten Sie das Gleiche bei den kommenden US-Wahlen im November?
Wir sehen es bereits jetzt bei den Primaries, den Vorwahlen. Normalerweise gibt es zwei Phasen: Bei der ersten geht es um Spendengelder, bei der zweiten dann um die eigentlichen Stimmen. Dieses Jahr gab es eine dritte Phase, ganz am Anfang: Da ging es um Falschinformation.
Konkret?
Es gab ein eng koordiniertes Netzwerk von Facebook-Seiten und -Gruppen, die Bernie Sanders unterstützten. Das Ziel ihrer Desinformationskampagne war, Sanders’ Konkurrenten aus dem Weg zu räumen. Im Sommer letzten Jahres begannen sie mit Senatorin Kamala Harris aus Kalifornien, im Oktober konzentrierten sie sich auf Senatorin Elizabeth Warren, als sie die Spitzenkandidatin zu werden schien. Es gelang diesen Leuten, mit Hilfe von Facebook und Twitter die öffentliche Diskussion und ihr Bild in den Medien zu prägen. Sie waren sehr erfolgreich.

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