Abo
3,5-Zimmer im obersten Stock für 7200 Franken

20 Luxuswohnungen stehen im ehemaligen Swissôtel leer – seit einem halben Jahr

20 Wohnungen im oberen Preissegment stehen seit sechs Monaten leer. Es ist ein Beispiel für ein neueres Phänomen im urbanen Immobilienmarkt.

Robin WegmüllerMichael Hotz

file6uif4z5zps5d9nh64tw
Im obersten Stock kostet eine 3,5-Zimmer-Wohnung 7200 Franken. zVg

Werbung

Das ehemalige Swissôtel im Zürcher Stadtteil Oerlikon ist seit gut 5 Jahren Geschichte: Die Corona-Krise brach dem bekannten 4-Sterne-Hotel das Genick. Mittlerweile ist der denkmalgeschützte Turm, der nun den Namen Oerlikon One trägt, eine edle Adresse mit Luxuswohnungen. Nur: Viele davon sind ein Ladenhüter. 20 der total 124 Wohnungen sind seit einem halben Jahr immer noch nicht vermietet, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Dabei ist die Lage ideal, die Immobilie befindet sich direkt neben dem Bahnhof Zürich-Oerlikon. Und die Aussicht ist atemberaubend, schliesslich war das Swissôtel mit seinen 85 Metern einst das höchste Hotel der Schweiz. Die Wohnungen ganz oben bieten einen Panoramablick auf Zürich und die Schweizer Alpen.

7200 Franken für 3,5-Zimmer

Die Luxuswohnungen im ehemaligen Hotel stehen symbolhaft für eine neuere Entwicklung im Immobilienmarkt. Für Menschen mit kleinem bis mittlerem Budget wird die Wohnungssuche in den urbanen Regionen immer schwieriger. Bei vielen Neubauten im Bereich teuer bis Luxus sieht die Situation völlig anders aus. In der Stadt Zürich kommen Hunderte Wohnungen auf den Markt, die sich nur Gutsituierte leisten können. Und immer mehr dieser luxuriösen Adressen stehen seit Monaten leer.

Partner-Inhalte

Das gestiegene Angebot bei teuren Wohnungen hat die Interessenten wählerischer werden lassen, sagte Urs Kälin (48), Inhaber und Geschäftsführer von Kälin Immobilien, im letzten Herbst zu Blick. «Es ist grundsätzlich etwas härter geworden, Mieterinnen und Mieter für solche Objekte zu finden.» Zudem mache die grössere wirtschaftliche Unsicherheit Interessenten zurückhaltender.
Aber auch aufseiten der Firmen habe die Nachfrage abgenommen. «Es gibt weniger Arbeitgeber, die ihren Angestellten, die aus dem Ausland kommen, eine Wohnung bezahlen und zur Verfügung stellen», so Kälin. Wohnungsnot herrscht in der Schweiz also nur für Geringverdiener und die Mittelschicht. Diese kann sich ein Daheim im ehemaligen Swissôtel kaum leisten. Eine 3,5-Zimmer-Wohnung im obersten Stock kostet dort 7200 Franken im Monat.
Über die Autoren
Robin Wegmüller
Robin Wegmüller
Robin Wegmüller, Redaktor Wirtschafts-Desk RMS
Michael Hotz
Michael Hotz
Michael Hotz ist Ressortleiter bei Ringier Medien Schweiz

Werbung