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Greenpeace-Experte im Interview

«Die meisten als nachhaltig taxierten Finanzprodukte sind es nicht»

Peter Haberstich von Greenpeace sieht die Schweiz bei nachhaltigen Finanzanlagen im Rückstand. Er übt auch Kritik am Wachstumsmantra.

Peter Rohner

Sebastian Iblacker,

Peter Rohner

Peter Haberstich
«Ich finde, es sollten sich nur Finanzprodukte nachhaltig nennen dürfen, die eine Wirkung haben und die Wirtschaft nachhaltiger machen», sagt Peter Haberstich, Leiter des Programms für nachhaltige Finanzwirtschaft bei Greenpeace Schweiz. zVg

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Auch wenn der Trend etwas nachgelassen hat, ist Nachhaltigkeit seit Jahren das grosse Thema in der Finanzindustrie. Nicht nur Banken und Fondsanbieter beackern das Feld und wollen Vorreiter sein, auch die Umweltverbände beschäftigen sich damit. Denn sie sehen in der Finanzwirtschaft einen grossen Hebel zur Erreichung der Klimaziele. Peter Haberstich, der Leiter des Programms Sustainable Finance von Greenpeace Schweiz, sagt, was von den Klima-Bemühungen der Banken zu halten ist und wie eine nachhaltige Anlage wirklich aussehen sollte.

Warum beschäftigt sich eine NGO wie Greenpeace überhaupt mit Sustainable Finance?

Greenpeace hat verschiedene Länderregionalbüros und bearbeitet dort Themen, die international relevant sind. Und weil die Schweiz einen sehr grossen Finanzplatz mit einer sehr grossen Vermögensverwaltung hat, ist das für uns ein wichtiges Thema. Rund ein Viertel der grenzüberschreitenden Vermögen der Welt werden hier verwaltet. Die damit finanzierten Emissionen sind rund 18-mal so hoch wie die Emissionen der Schweiz. Wir sehen in der Finanzwirtschaft einen grossen Hebel in der Beeinflussung der Realwirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit.

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Über die Autoren
Peter Rohner
Peter Rohner
ist Chefökonom der Handelszeitung.

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